27 Dezember 2010

Drogenjahr 2010

Der Jahresrückblick 2010 zu den Themen Drogen und Sucht.

Januar: Am 1. Januar trat in Tschechien ein neues, sehr liberales Drogengesetz in Kraft. Der Besitz von Drogen (auch von "Harten" wie Heroin oder Kokain) in Eigenverbrauchsmengen stellt seither nur noch eine Ordnungswidrigkeit dar. Auch wenn an der deutsch-tschechichen Grenze noch keine holländischen Verhältinisse herrschen, der Drogentorismus blühte auf. Nur weil 2010 auch Bundespolizei von der Grenze abgezogen und daher weniger kontrolliert wurde, explodierten die Fallzahlen nicht.


Februar: Am 20. Februar fuhr die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Margot Käßmann in Hannover mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,54 ‰ bei Rot über eine Ampelkreuzung und wurde von der Polizei angehalten. In den Medien wurde diese Straftat ab 23. Februar bundesweit thematisiert. Der Rat der EKD sprach Käßmann einstimmig sein Vertrauen aus und sicherte ihr seinen vollen Rückhalt zu, falls sie sich für den Verbleib im Amt entscheide. Einige innerkirchliche Gegner, die schon ihre Wahl abgelehnt hatten, warnten vor negativen Folgen ihres Verbleibens. Nachdem Käßmann ihren „schlimmen Fehler“, den sie „gefährlich und unverantwortlich“ nannte, am 23. Februar „zutiefst bedauert“ hatte trat sie am Folgetag von Bischofsamt und Ratsvorsitz zurück: Ihr Fehler habe ihre Führungsämter beschädigt, und sie könne diese künftig nicht mit der notwendigen Autorität ausüben. Sie wolle in der ihr eigenen Geradlinigkeit frei bleiben.

März: Eine Falschmeldung (Hoax) welcher bereits seit einigen Jahren durch das Web geistert zieht mal wieder Aufmerksamkeit auf sich. Angeblich wird Frauen eine mit der Droge "Burundanga" getränkte Visitenkarte in die Hand gedrückt. Kurz darauf werden sie zum Zwecke der Vergewaltigung ohnmächtig. Auch wenn es durchaus Fälle gibt in denen Frauen durch betäubenden Drogen in Drinks Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Die Burundanga Visitenkarten sind ein Legende.

April: Mit 1,33 Tonnen Kokain gibt es am Hamburger Hafen einen neuen deutschen Drogen-Rekordfund (bisher 1,25 Tonnen). Das Kokain war in Paletten mit Holzbriketts versteckt. Der Fund war natürlich kein Zufall, seit November 2010 ermittelten Zoll und Polizei gegen die Bande. 19 Wohnungen und Büros wurden von 200 Polizisten durchsucht, 7 Personen wurden festgenommen.

Mai: In diesem Jahr fielen "Herrentag" und der "Kampftag der Arbeiterbewegung" zusammen. Am 1 Mai hatte die Polizei in ganz Deutschland jede Menge zu tun. Alkohol trinkende "erlebnisorientierte Jugendliche" randalieren, kloppen sich untereinader und der Polizei. Ein politischer Hintergrund ist kaum mehr auszumachen. Alkohol, Gewalt und Spaß haben scheint für viele zusammen zu gehören.

Juni: Am 5 Juni begann in Weimar die Veranstaltungsreihe „Genuss – Gift – Geist“. Veranstalter war der Arbeitskreis Drogenkritik, eine kleine Gruppe junger Menschen aus Weimar, die sich mit dem Themenkomplex: Drogen, Rausch, Gesellschaft beschäftigen.

Juli: Das bayerische Volk hat entschieden: 61 Prozent der Wahlbeteiligten votierten beim Volksentscheid am 04.Juli dafür, zum strengen Rauchverbot in Gaststätten zurückzukehren. Das 2008 eingeführte Nichtraucherschutzgesetz wurde bis zum Volksentscheid mit Sonderregelungen durchlöchert. Doch jetzt heißte es "Ausnahmen gestrichen". Seit August gilt in Bayern Deutschlands strengstes Nichtraucherschutzgesetz.

August: Die 14. Hanfparade fand am Samstag, dem 7. August 2010, unter dem Motto Cannabis ist Weltkultur! statt. Sie begann um 13:00 Uhr mit einer Kundgebung zwischen Fernsehturm und S-Bahnhof Alexanderplatz. Von dort führte die Demonstration mit mehreren Musikwagen mitten in das Regierungsviertel, wobei der Demonstrationszug beim Hackeschen Markt, dem Gesundheitsministerium und vor der Russischen Botschaft für Zwischenkundgebungen anhielt. Die Abschlussveranstaltung fand in der Scheidemannstraße zwischen Bundeskanzleramt, Reichstag und Brandenburger Tor statt. An der Demonstration nahmen etwa 2.000 Personen teil. Die Polizei hatte 23 Menschen zumeist im Umfeld der Abschlusskundgebung vorläufig festgenommen. Grund seien meist Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gewesen, teilte die Polizei mit. Die am selben Wochenende in Berlin stattfindende Biermeile zog 800.000 Besucher an.

September: Im tschechischen Leitmeritz gingen die Sozialdemokraten mit außergewöhnlichen Methoden auf Mitgliederfang. Ein Mittelsmann bot jungen Leuten ein Gramm Marihuana pro Person, wenn sie in die Partei eintreten. Alles streng geheim, versteht sich. Denn so etwas ist selbst in Tschechien, wo ein liberales Drogengesetz gilt, illegal. Mitglieder der eigenen Partei haben die Sache auffliegen lassen. Ihnen gingen die fragwürdigen Machenschaften zu weit.

Oktober: Das Oktoberfest (andere nennen es Deutschlands größte offene Drogenszene) in München endet am 04. Oktober. Tourismuschefin Weishäupl gibt bekannt, dass dieses Jahr ca. 6,4 Millionen im Vergleich zum vorherigen Jahr 5,7 Millionen Menschen die Wiesn besucht haben werden. Das Oktoberfest hat ungefähr 950 Millionen Euro eingenommen. 20 Prozent der Besucher des Oktoberfestes kamen auch dieses Jahr wieder aus anderen Ländern. 970 Menschen benötigten Versorgung, 475 ärztliche Behandlung und 106 Hilfe wegen zu viel Alkohol.

November: In Berlin öffnete am 05. November im "Hamburger Bahnhof" die Kunst-Experiment-Ausstellung "Soma". Sie beschäftigt sich mit der Frage der Rauschwirkung in Rentierurin wenn diese zuvor Fliegenpilze gegessen haben. In der Ausstellung kann sogar Übernachtet und eben dieser Rentierurin gekostet werden. Sie ist noch bis Anfang Februar geöffnet.

Dezember: Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 17. Dezember der Änderung des Tabaksteuergesetzes zugestimmt. Mit dem Gesetz wird im Wesentlichen die Europäische Tabaksteuerrichtlinie umgesetzt und gleichzeitig die Tabaksteuer in mehreren Schritten bis zum Januar 2015 erhöht. Der Bundesrat hatte gegen den ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung im September 2010 keine Einwendungen erhoben. In diesem Entwurf war allerdings die Erhöhung der Tabaksteuer, die eine Packung Zigaretten um etwa vier bis acht Cent jährlich verteuert, noch nicht enthalten. Der Bundestag hat diese Regelung in das Gesetz aufgenommen, um weitere Schritte zur Haushaltskonsolidierung zu unternehmen. Die Maßnahme verspricht für den Bund Mehreinnahmen von 200 Millionen Euro für das Jahr 2011. Dieser Betrag summiert sich auf ca. eine Milliarde Euro im Jahr 2015. Außerdem strich der Bundestag die im Entwurf noch vorgesehene Änderung des Biersteuergesetzes, um diese Regelung in einem separaten Gesetzgebungsverfahren umzusetzen. Durch diesen Schritt unterliegt das Gesetz nicht mehr der Zustimmungsbedürftigkeit durch den Bundesrat.


(Quellen: Drogenguide / ARD / Noows.de / Spiegel.de / Wikipedia / Welt.de / LexisNexis.de)

09 Dezember 2010

Legal Highs

Sie heißen Doves, Summer Jaze oder Bionix so genannte "Legal Highs". Offiziell werden sie als Räucherwerk, Duftkissen oder Badesalz in Head-, Smart- und Herbalshops verkauft. Laut Beschreibung sind sie nicht für den menschlichen Konsum bestimmt. In einschlägigen Internetforen und Social Networks wird sich aber lebhaft über deren Rausch- und Nebenwirkungen ausgetauscht. Durch den Erfolg von "Spice" (bis zu dessen Verbot im Januar 2009) entwickelte sich einen regelrechter Hype um die "Legal Highs". Immer wieder werden neue Mischungen mit neuen Wirkstoffen kreiert. "Legal Highs" klingt da wohl besser als Designerdrogen. Der Name suggeriert dem User es handelt sich um ein legales Rauschmittel, aber dem ist mitnichten so.

So sind in "Legal Highs" schon Stoffe gefunden wurden die nach dem BtMG verboten sind. Wie z.B. Ethylamphetamin, welches neben anderen bedenklichen Substanzen von "saferparty.ch" im August in der Sorte "Flower Magic Powder" gefunden wurde. Aber auch THC und Stoffe die erst neu ins BtMG aufgenommen wurden, wie z.B. die Wirkstoffe im Spice machen "Legal Highs" illegal. Der Umgang mit ihnen ist aber, auch wenn keine Stoffe aus den Anlagen des BtMG enthalten sind, rechtlich bedenklich. Denn wenn eine Stoffmischung beim Menschen eine Wirkung erziehlen soll, und davon ist trotz der Warnungen auf der Verpackung (die es ja auch auf Zigarettenschachteln gibt) auszugehen, dürfte sie nur in Apotheken verkauft werden. Siehe Blogeintrag "Betäubungsmittelrecht" vom August 2010

Also entweder ist das Zeug Abzocke, weil nur Gartenabfälle mit Koffein drin sind und es wirklich keine Wirkung hat. Oder es sind echte Wirkstoffe drin, dann handelt es sich mindestens um bedenkliche Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz und die Verkäufer machen sich strafbar. Wenn Stoffe aus den Anlagen des BtMG im "Legal Highs" gefunden werden ist dann natürlich auch schon der Besitz strafbar. Es ist auch anzunehmen, das immer wieder Wirkstoffe welche in "Legal Highs" gefunden werden, Aufnhahme im BtMG finden. Dies wird die Entwicklung neuer Wirkstoffe nachsichziehen, solange sich damit Geld verdienen lässt. Schließlich gibt es stets genug Dumme die diese Designerdrogen kaufen und ausprobieren.

30 November 2010

Kokain in Bananenkisten

Bananen machen glücklich, manchmal auch Drogenfahnder. Immer mal wieder werden in Lebensmittelmärkten und Großlagern größere Pakete mit Kokain in Bananenkisten aufgefunden. Erst vergangene Woche wurden im Lager einer Supermarktkette im Bördekreis (Sachsen-Anhalt) zehn Kilogramm Kokain beschlagnahmt. In der Schweiz wurde vor kurzen 100 kg Kokain gefunden, ebenfalls in Bananenkisten. In Beinprothesen, Stahlschrauben und Hundewelpen wurde schon Kokain gefunden .Drogenschmuggler sind sehr kreativ bei ihrer Arbeit. Die Bananenkiste ist aber schon seit Jahren ziemlich beliebt bei den Jungs. Aber wieso?
Nach Kaffee sind Bananen das weltweit zweithäufigst gehandelte Lebensmittel. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 15 kg im Jahr. Einen Großteil der weltweiten Bananennachfrage wird durch mittel- und lateinamerikanische beliefert. Bananen kommen also aus der selben Ecke der Welt wie Kokain. Da liegt es offensichtlich nahe sich zum schmuggeln von Kokain der Infrastruktur der Bananenindustrie zu bedienen. Für die Drogenkartelle hat das zahlreiche Vorteile.
  • Sicherheitspersonal, Plantagen- und Transportarbeiter in Lateinamerika sind schlecht bezahlt und für Bestechung empfänglich.
  • Auf den riesigen Bananen-Plantagen geht es zu wie im Bienenschwarm, ein paar Schmuggler die etwas in den Kisten verstecken fallen kaum auf.
  • Eine lückenlose Überwachung der Lieferungen ist nicht möglich, Sicherungen wie Plomben oder Siegel können (wenn überhaupt vorhanden) leicht manipuliert werden.
  • In die Lieferkette kann an verschiedenen stellen (Lager, Hafen) eingegriffen werden um Kokain zu verstecken und wieder abzuholen.
  • Bananen sind leicht verderbliche Lebensmittel, sie kommen Tonnenweise nach Europa und müssen schnell ausgeliefert werden. Nicht viel zeit für Zoll und Polizei um zu kontrollieren.
  • Einmal aus dem Hafen raus liegt die Gefahr noch mal kontrolliert zu werden bei Null, selbst wenn man quer durch Europa fährt.
Wenn wie zuletzt in Sachsen-Anhalt Kokain Pakete gefunden werden, liegt das oft an Kommissar Zufall. In der Regel immer dann wenn auf Seiten der Drogen-Empfänger etwas schief läuft und die Kokainpäckchen nicht rechtzeitig aus den Bananenkisten entnommen werden. Beispielsweise wenn wegen beschädigter Ware, ein Ladung umdisponiert wird und nicht zu dem auf den Ladepapieren vorgesehenen Empfänger geht.
In teilen Südamerikas tobt derzeit ein heftiger Drogenkrieg. In Mexiko und Brasilen gehen Sicherheitskräfte verstärkt gegen Drogenkartelle vor. Auch wenn es hier und da Erfolge gibt, gänzlich gewinnen lässt sich der Kampf wohl nicht. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, das sich das Drogengeschäft innerhalb Südamerikas nur verlagern wird. Es ist auch in Zukunft mit Kokainfunden in Bananenkiste zu rechnen, also immer schön Aufmerksam durch die Obst und Gemüse Abteilung laufen.

20 November 2010

neues Drogen Ranking

Anfang November wurde durch die Universität Bristol (England) mal wieder ein neues Drogen Ranking veröffentlicht. Diesmal wurde Alkohol zur schädlichsten Droge überhaupt gekührt, was eine Interessante Debatte losgetreten hat. Für die Studie wurde jeweils herausgearbeitet wie groß der Schaden für den Konsumenten selbst und für dessen Umfeld ist. Beides zusammen ergab das Schadenspotential für´s Ranking.

Beim Gebrauch und Missbrauch von Drogen spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Je nachdem wie man diese Faktoren gewichtet Fallen auch die Rankings unterschiedlich aus. Dies sollte man sich vor Augen halten wenn man sich diese, durchaus interessante, Arbeit der Universität Bristol anschaut. In Klammern steht jeweils der Rang aus der Studie von 2007 aus dem selben Hause.
01. (05.) Alkohol
02. (01.) Heroin
03. (neu) Crack
04. (neu) Crystal meth
05. (02.) Kokain
06. (09.) Tabak
07. (08.) Speed/Amphetamine
08. (11.) Cannabis
09. (17.) GHB,
10. (07.) Valium (Benzodiazepine)
11. (06.) Ketamin
12.
(04.) Methadon / Substitutionsmittel (Opiat)
13. (neu) Mephedron (Amphetamin)
14. (neu) Butan 
15. (16.) Anabolika
16. (20.) Khat
17. (18.) Ecstasy
18. (14.) LSD
19. (10.) Buprenorphine / starkes Schmerzmittel
20. (neu) Mushrooms

Nichtmehr dabei:
- Barbiturate / starkes Schlaf-/Narkosemittel (ehmals Rang 03)
- Lösungsmittel/Klebstoff (ehemals Rang 12)
- 4-MTA / synthetische Droge (ehemals Rang 13)
- Methylphenidat/Ritalin (ehemals Rang 15)
- Poppers (ehemals Rang 19)

Das einige Drogen neu aufgenommen und andere nicht mehr erfasst wurden zeigt wie sich die Welt der Gifte verändert. Auch hier gibt es In und Out. Alkohol ist aber in jeder Zeit aktuell. Er ist tief in unserer Kultur und Gesellschaft verwurzelt und würde sich auch nicht mehr verbieten lassen. Das er so "erfolgreich-tödlich" ist liegt daran das er legal, jederzeit leicht verfügbar und billig ist. Seinen 1. Rang hat er sich angesichts von weltweit jährlich 2,5 Millionen alkoholbedingten Todesfällen jedenfalls verdient. Das dadurch aber Drogen wie Heroin oder Crystal als weniger gefährlich angesehen werden könnten halte ich für bedenklich. Besonders "Sucht und Beherrschbarkeit" scheinen mir hier zu wenig gewürdigt.

14 November 2010

Soma - Rausch aus Rentierurin

Bald ist Weihnachten. Dann kommt der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten und verteilt Geschenke. Dabei eine Verbindung zu Rauschmitteln herzustellen wäre mir normalererweise nicht in den Sinn gekommen. Wäre da nicht dieses Drogenrausch-Kunst-Experiment im "Hamburger Bahnhof" in Berlin.

Der Künstler Carsten Höller setzt hier die Idee des Pilzforschers Robert Gordon Wasson (1898 - 1986) um. Wasson, der auch mit Drogenpionier und LSD Erfinder Albert Hofmann zusammenarbeitete, spekulierte in einem seiner Bücher über den einen mythischen Trunk namens "Soma". In dem Berliner Experiment soll jetzt herausgefunden werden ob der Urin Fliegenpilz konsumierender Rentiere die Grundsubstanz für Soma lieferte. Dieser wird im "Rigveda", der ältesten von vier Gründungsschriften des Hinduismus erwähnt. Normadenstämme Stämme sollen ihn im zweiten Jahrtausend vor Christus konsumiert haben um Erleuchtung zu erfahren.

Nach den Erkenntnissen von Wasson gab es bis ins 19. Jahrhundert hinein sibirische Nomadenstämme deren Schamanen in rituellen Zeremonien Fliegenpilze aßen, um rauschhaltigen Urin auszuscheiden. Dieser wurde dann von anderen Zeremonieteilnehmern getrunken, weil im Rahmen der Verdauung der giftige Stoff Muscarin abgebaut und in das stärker berauschende Muscimol umgewandelt wird. So soll der Rausch intensiver und unangenehme Nebenwirkung geringer ausfallen.

So wurde die Halle des Hamburger Bahnhofs nun zu einer Arena umgebaut, in welchem echte Rentiere leben. Die Anwesenheit weiterer Tiere (Fliegen, Vögel, Mäuse) ist so arrangiert das die Besucher den Unterschied von berauscht und unberauschten Exemplaren beobachten können. Die Ausstellung ist noch bis 6. Februar 2011 zu sehen und für 1000 Euro können zwei Personen in der Ausstellung übernachten. Auch soll es möglich sein, sich selbst am Rentierurin zu berauschen. Na dann Prost.


Bild: Fotolia.com

03 November 2010

Cannabis Legalisierung

In Kalifornien wird Kiffen nicht legalisiert. Mit nur knappen 56 Prozent stimmten die Wähler in dem Bundesstaat an der Westküste der USA gegen die Legalisierung von Cannabis. Die "Proposition 19" sah vor, dass Bürger ab 21 Jahren Marihuana legal hätten kaufen und konsumieren dürfen. Der Besitz von bis zu 28 Gramm Cannabis wäre legal geworden, hätten sich die Befürworter durchgesetzt.

Auch in Deutschland gibt es eine starke Legalisierungsbewegung für Cannabis. In Berlin kommen jedes Jahr im August mehrere Tausend Cannabisfreunde zur Hanfparade zusammen, um für dessen Legalisierung zu demonstrieren. (Drogenguide berichtete) Auch wenn die "Legalize It!" Bewegung durch die Entscheidung in Kalifornien einen Rückschlag erlitten hat, ihren Kampf wird sie sicherlich fortsetzen.

In Deutschland unterliegt Cannabis dem Betäubungsmittelgesetz. Es ist dort in der Anlage 1 erfasst, was bedeutet es ist weder verkehrs- noch verschreibunsfähig. Allerdings gehe ich davon aus das sich das in absehbarer Zeit ändert. Denn viele in ihrer Wirkung weitaus heftigere Betäubungsmittel sind in Deutschland durchaus verschreibungsfähig. In der Anlage 3 sind unter anderen GHB und Kokain als verkehrs- und verschreibungsfähige Arzneimittel genannt. Da ein medizinischer Nutzen von Cannabis selbst von Rauschkritikern wie mir nicht ernsthaft in Frage gestellt werden kann, ist ein Wechsle der Einstufung (von Anlage 1 zu Anlage 3) angemessen. Ich bin mir sicher das diese Änderung kommt, ist nur eine Frage der Zeit.
Auch wenn die "Legalize It!" Fans das dann sicherlich anders interpretieren werden, eine Cannabis Legalisierung wird das trotzdem nicht. Das es eine solche geben wird halte ich für ausgeschlossen. Denn auch wenn das die Hanffreunde das immer etwas anders erzählen, selbst in den Niederlanden und Tschechien ist Cannabis nicht legal. Der Umgang mit Cannabis ist in Holland grundsätzlich eine Straftat, allerdings wird dieser in Coffeshops geduldet. In Tschechien ist der Besitz geringer Mengen eine Ordnungswidrigkeit. Kann, muss aber nicht geahndet werden.
Deutschland wird wohl keinen der beiden Wege gehen. Ich gehe aber davon aus das es demnächst in Apotheken Fertigarzneimittel auf Cannabis Basis geben wird. Verschreibungspflichtig versteht sich. Denn nur das ist der richtige Weg das Potenzial des Hanf zu nutzen, ohne eine neue Rauschkultur zu schaffen.

23 Oktober 2010

Ecstasy die Überraschungsdroge

Ecstasy ist die Szenebezeichnung für eine lustige, bunte, häufig bedruckte Pille in den 80er und 90er Jahren als Partydroge berühmt wurde. Sie sollte eigentlich MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) eine Amphetamin enthalten. Eine Substanz die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt und seinem Konsumenten hilft auf Partys länger durchzuhalten. Auch wenn der Stoff illegal ist, die von ihm ausgehende Gefahr hält sich eigentlich in Grenzen. Weder die Suchtgefahr noch die Nebenwirkungen sind Lebensbedrohlich. Da MDMA Konsumenten allerdings Erschöpfung, Hunger, Durst und Müdigkeit nicht spüren, kann es zu Kreislaufzusammenbrüchen kommen. Beim Drogenranking der Universität Bristol wurde Ecstays im Jahr 2007 auf Platz 18 eingestuft. Es wäre demnach ungefährlicher als Alkohol, Nikotin und Cannabis.

MDMA (damals Methylsafrylamin) wurde im Jahr 1912 vom Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern E. Merck patentiert. Übrigens nicht als Appetitzügler wie häufig geschrieben, sondern lediglich als eine Zwischenprodukt bei der Synthese von Hydrastinin. Eigentliches Ziel war die Entwicklung einer Alternative zum halbsynthetischen Hydrastinin, welches Jahre zuvor vom Merck-Konkurrenten Bayer als Blutstiller (Hämostatikum) zum Patent angemeldet wurde. Hydrastinin war zu dieser Zeit das beste Hämostatikum. Anton Köllisch, Chemiker von Merck wollte eine Substanz herstellen, mit der das Bayer-Patent umgangen werden konnte. In der Patentanmeldung von Heiligabend 1912 wird es nur als eines mehrerer Zwischenprodukte ohne Namen, nur als chemische Formel, beschrieben.

Nun ist es bei Ecstasy schon immer so das nicht immer nur MDMA drin ist. Auch MDA, MDE, BDB und MBDB sind "reguläre" Inhaltsstoffe für die Partypillen. Diese sind von Stoffklasse, Wirkung und Nebenwirkung dem MDMA ähnlich. Die Liste der auftretenden Inhaltsstoffe von Ecstasy ist aber um vieles länger. Und vor allem werden Wirkung und Nebenwirkung gefährlicher:

2c-B (4-Brom-2,5-dimethoxyphenylethylamin)In niedrigeren Dosen (5-15 mg) erzeugt 2C-B einen entaktogenen Effekt mit wenigen oder gar keinen Halluzinationen. Benutzer berichten von einem Gefühl "im Einklang mit sich selbst" zu sein. Auch werden von einigen über erotische Sinneswahrnehmungen berichtet. In höheren Dosen (15-30 mg) erzeugt 2C-B intensive optische Halluzinationen. Sich bewegende Objekte erzeugen einen "Nachzieheffekt". Oberflächen erscheinen unter Umständen bedeckt von geometrischen Mustern und scheinen sich zu bewegen oder zu "atmen". Farben erscheinen wie aus dem Nichts. Wie viele andere psychoaktive Substanzen birgt auch 2C-B die Gefahr der Auslösung einer latenten Psychose. Es kann in höheren Dosierungen ähnlich wie bei Amphetaminen zu Kiefermahlen, Körperzittern und Schweißausbrüchen insbesondere an den Händen führen.

PMA (Paramethoxyamphetamin) PMA hat eine sehr Amphetamin-ähnliche und eine leicht empathogene (einheits-gemeinschafts Gefühl)Wirkung. Die Wirkung von PMA setzt erst sehr spät ein, seine Wirkung ist nicht so stark wie die von MDMA. Dadurch wird der Konsument leicht zur Überdosierung verführt. PMA führt körperlich zur Erhöhung von Puls, Blutdruck, Körpertemperatur und Nystagmus. Bei Überdosierung kann es zu Erbrechen, Muskelkrämpfen, Atemproblemen und schlimmstenfalls zu Organversagen kommen, die in Konsequenz zu Koma oder Tod führen können. Die Körpertemperatur kann auf über 40 °C steigen. Im Film "Berlin Calling" wird ein PMA Trip dargestellt, welcher in der markanten "Frühstück im Hotel" Szene endet.

m-CPP (meta-Chlorphenylpiperazin)Konsumenten von m-CPP berichten von einer, eher schwach ausgeprägten, wahrnehmungsverändernden Wirkung. Es ist die Rede von leichten Glücksgefühlen und optischen Veränderungen. Stärker werden negative Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, teilweise starke Übelkeit und Kurzatmigkeit wahrgenommen. Aber auch von einer anhaltenden Deprimiertheit in den Tagen nach dem Konsum wird berichtet.

All diese Stoffe unterliegen in Deutschland dem BTMG, sind verboten, gefährlich und werden des öffteren in Ecstasy festgestellt. Ein Blick in die "Pillenwarnung" von Saver Use Webseiten zeigt, da ist noch mehr drin. Mal andere Drogen wie Speed und Ephedrin. Mal Bio-Gifte wie Atropin oder Scopolamin. Mal einfach nur Koffein oder Traubenzucker. Jetzt im Oktober stellte das Schweizer Eve-Rave Projekt Pillen mit TFMPP (Trifluormethylphenylpiperazin). Die Wirkung soll zwischen der von MDMA und Meskalin liegen.


Welcher Stoff in welcher Dosierung im Einzelfall in einer Ecstasypille steckt ist für den Konsumenten nicht ersichtlich. Auch wenn man bei Projekten wie "Eve-Rave" Pillen testen kann, zum grossen Teil sind Inhalt und Wirkung eine "Überraschung". Gerade die unterschiedlichen Zeiten bis zum eintreten einer spürbaren Wirkung sind gefährlich. Dann wird schnell mal eine niedrigere Dosierung angenommen und nachgeworfen.

Quellen: (Wikipedia & Drug-Scouts)
Foto: Scott Griessel - Fotolia

11 Oktober 2010

Biorausch und Naturdrogen

Natur und Bio liegt bei den Deutschen voll im Trend, nicht nur bei Lebensmitteln und Kosmetik. Auch der Rausch durch natürliche Substanzen ist in und Dealer Natur hat einiges zu bieten.

Der Kathstrauch (Catha edulis), auch Abessinischer Tee genannt, wird hauptsächlich in Kenia, Oman, Jemen und Äthiopien angebaut. Er kann bis 20 Meter hoch wachsen und hat ungeteilte, gezähnte Blätter. Die Kathblätter werden einzeln vom Strauch gezupft, im Mund zerkaut. Je nach Gewohnheit werden die zerkauten Blätter in der Form von Bällchen in der Backentasche gesammelt oder langsam hinuntergeschluckt. Im Verlauf des Tages können diese Bällchen stark anwachsen; dabei werden sie immer wieder neu befeuchtet und ausgesaugt. Beim Kauen der Kathblätter wird hauptsächlich der Wirkstoff Cathin, ein Amphetamin, über die Mundschleimhaut aufgenommen. Kath, auch Kat ist eine Alltagsdroge im Jemen sowie in Äthiopien, in Somalia, im Norden Kenias und in Dschibuti. Der Konsum ist in den oben genannten Ländern weithin verbreitet und akzeptiert. Es ist oft zu beobachten, dass das öffentliche Leben gegen Mittag zum Erliegen kommt, und viele Menschen in Gruppen zusammensitzen und beim Kathkauen diskutieren. Wie hierzulande beim Käffchen oder Feierabend Bier. Die Kath Wirstoffe sind im BTMG aufgeführt und daher in Deutschland verboten. (Cathin in Anlage 3 und Cathinon in Anlage 1) http://de.wikipedia.org/wiki/Kathstrauch

Der mittelamerikanischen Peyote-Kaktus und einige weiteren Kakteenarten produzieren das starke halluzinogene Meskalin. Der Peyote-Kaktus wird in frischem oder getrocknetem Zustand (auf nüchternen Magen) gegessen oder mit heißem Wasser zu einem Tee aufgekocht. Er hat einen extrem bitteren Geschmack. Seltener wird er geraucht, die Wirkung ist dann schwächer und es kratzt stark im Hals. Mexikanische Indianerstämme nutzen Meskalin als "Inspirationsdroge". Bevor die Wirkung einsetzt, kommt es meist zu Übelkeit und oft auch zu Erbrechen. Der Rausch selbst hält dann 6 bis 9 Stunden an. Nach Hyperaktivität und innerer Unruhe setzt eine leicht veränderte Wahrnehmung und ein intensiviertes Farbensehen ein. Halluzinatorische Visionen und Traumbilder mit Realitätsverlust treten auf. Die Wahrnehmung mit allen Sinnen ist subjektiv deutlich geschärft. Intensive Glücksgefühlen werden erfahren und mit religiöser Tiefe beschrieben. Nachwirkungen können bis zu 12 Stunden wahrgenommen werden. Meskalin ist in Deutschland in der Anlage 1 BtMG aufgeführt und daher verboten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mescalin

Aber nicht nur Pflanzen produzieren Drogen. Die Aga-Kröte sondert über Giftdrüsen in ihrer Haut ein Sekret zur Verteidigung gegen Feinde ab. Wird dieses ausdrückt und getrocknet kann es in einer Haschischpfeife geraucht werden. Das Sekret enthält neben den Halluzinogenen Bufotenin, DMT und 5-MeO-DMT auch zahlreiche Giftstoffe. Durch den Konsum kommt es zu einer erhöhten Herzfrequenz durch die Katecholamine, während die Bufotoxine wiederum die Herzfrequenz senken. Dies kann unter anderem zu Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und epilepsieartigen Verkrampfungen führen. Drogenkonsumenten lecken die Kröte teilweise ab um so an Bufotenin und ein bisschen Rausch zu kommen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kröte reicht vom Amazonasgebiet und dem Südosten von Peru über Mittelamerika bis nach Süd-Texas. Die Aga-Kröte selbst ist nicht im BtMG aufgeführt, allerdings die beiden Wirkstoffe DMT und 5-MeO-DMT (Anlage 1)
http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/Gifte/Kroete.htm

Auch in Deutschland gibt es (natürlich vorkommende) natürliche Drogen. Einige Gattungen der Nachtschattengewächse zählen zu den Giftpflanzen, da deren Konsum zu Vergiftungserscheinungen führt. Zu den häufig konsumierten Biodrogen gehören Stechapfel, Engelstrompete, Bilsenkraut, Tollkirsche und Alraune. Verantwortlich für die psychoaktive Wirkung sind hauptsächlich die Alkaloide Atropin, Scopolamin und Hyoscyamin, die in unterschiedlichen Mengen in diesen Pflanzen vorkommen vorkommen. Diese Alkaloide sind hochgiftig und wirken halluzinogen. Berauschende Nachtschattengewächse unterliegen dem Arzneimittelgesetz (AMG), dürfen also nicht ohne weiteres gehandelt werden. Der Besitz ist jedoch legal. Das Höchstgefährliche an diesen Drogen ist die individuelle Giftkonzentration jeder einzelnen Pflanze bzw. Frucht, die es unmöglich macht, die Rauschmitteldosis auch nur annähernd zu kontrol­lieren!
http://www.drugcom.de/?uid=ed1abf75daf93db4f49fd0ea6a843eaa&id=drogenlex&idx=81#eintrag

Natürlich hat die Natur noch einiges mehr im Angebot. Ob Zauberpilze, Cannabis, Opium oder Cocablätter der Biorausch lauer überall. Die psychoaktiven Substanzen aus Tieren, Pflanzen und Pilzen sind zum grossen Teil Gifte die zum Eigenschutz produziert werden. Der Mensch, Krone der Schöpfung, deutet die beim Konsum entsehenden Vergiftungserscheinungen dann einfach um. Von mystischen Erfahrungen, Auflösung des ich´s jenseits von Raum und Zeit wir da gesprochen. Dabei ist es einfach nur Intoxikation.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vergiftung

01 Oktober 2010

Politik gibt richtige Zeichen

Ich muss heute mal etwas seltenes machen, nämlich die Bundesregierung loben. Zwei Meldungen aus Berlin in dieser Woche haben mir nämlich gut gefallen.
Zum einen daß der Bedarf an Alkohol und Nikotin nicht zum Grundbedarf eines menschenwürdigen Lebens zählt. Natürlich werde ich mir nicht anmaßen mich zur finanziellen Situation von Hartz IV Beziehern zu äußern. Aber ich sehe jeden Tag das dieser Personenkreis Geld für Alkohol und Zigaretten ausgibt. Es kann aber nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein das zu finanzieren. Zumal der Konsum von Rauschmitteln und Narkotika nicht gerade förderlich ist um wieder auf die Beine zu kommen. Wer Alkohol oder Nikotin abhängig ist und seine Sucht auch noch finanziert bekommt, wird wenig Elan entwickeln seinen Lebensunterhalt wieder selbst zu bestreiten. Natürlich werden Aldi und Netto keinen Absatzeinbruch bei billigem Alkohol und Zigaretten haben, nur weil diese aus der Bedarfsberechnung fallen. Es ist aber trotzdem ein richtiges Zeichen aus der Politik.
Ebenfalls als ein richtiges Zeichen bewerte ich die geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Auch wenn die Raucher sich beschweren das auf ihre Kosten nur der Haushalt saniert werden soll. Steuern (und Subventionen) sind Steuerungselemente des Staates. Suchtmittel schaden den Menschen, also der Gesellschaft also dem Staat. Wenn schon ein Verbot nicht durchsetzbar ist, ist der Weg über die Steuern genau der richtige.
Bleibt zu hoffen das aus diesen Ideen auch Gesetze werden und sie nicht über den Bundesrat stolpern.

24 September 2010

Hip Hop gegen Komasaufen

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Während in München Prominenz aus Politik und Gesellschaft diese Woche das Oktoberfest eröffnet haben, viel in Berlin der Startschuss zum Projekt "HipHop gegen Komasaufen".

Das Ziel des Projekts ist "Schülern Alternativen zu Alkoholmissbrauch und Gewalt aufzeigen." Zwei Schulen aus sogenannten "Problembezirken", die Max-Planck-Realschule in Köln-Porz und die Röntgen-Oberschule Berlin-Neukölln, werden in einem "Schoolbattle" am 22.02.2011 in Berlin gegeneinander antreten. Rappend und tanzend sollen die Jugendlichen zuvor erlernen, "sich über die Jugendkultur HipHop auszudrücken." Die Texte zum Thema Alkoholmissbrauch kommen von den Jugendlichen selbst. "Wir bringen den Jungs und Mädels erst mal bei, dass das, was sie machen, ein hartes Ziel ist. Nach diesen 6 Monaten intensiver Arbeit werden sie merken, was sie erreicht haben. Und das ganz ohne Alkohol". Sagt Mario Pavelka, besser bekannt als Rapper "Bickmack", der gemeinsam mit seinem Kollegen "Akte One" das Projekt begleitet.

Auch die Drogenbeauftragte und Schirmherrin des Projektes der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) war in Berlin anwesend. "Das Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Für viele Jugendliche ist der Alkoholkonsum inzwischen ein Teil des Erwachsenwerdens. In der Vergangenheit ging dieser Weg aber wesentlich seltener über die Notaufnahme der Krankenhäuser als heute." In den letzten Jahren sei laut Dyckmans zu beobachten, dass der Alkoholkonsum unter Jugendlichen immer weiter abnimmt, gleichzeitig aber eine Gruppe sichtbar wird, die sich zum gemeinsamen Trinken, zum Rauschtrinken verabredet. "Diese Gruppe der exzessiv Trinkenden ist in den letzten Jahren nicht kleiner geworden".

Im Jahr 2008 sind in Deutschland 25.700 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren wegen Alkoholvergiftungen in Krankenhäusern behandelt worden. Und obwohl ich das Projekt gut finde, habe ich meine Zweifel ob es die "Gruppe der exzessiv Trinkenden" auch erreicht. Jugendliche machen was gerade angesagt und cool ist. In den Werbezentralen der Bierbrauer und Schnapsbrenner macht man sich sehr erfolgreich Gedanken bei der Jugend "IN" zu sein. Im Umfeld von Konzerten und Festivals wird massiv am Image gearbeitet. Selbst ein alte Männer Kräuterlikör wie Jägermeister wird da zum Trend-Drink. Hier sollte Alkoholprävention ansetzen.

>>Projektinformation

21 September 2010

Paris Hilton und der Drogenkrieg in Mexiko

"Partygirl Paris Hilton entgeht Haftstrafe", ist im Moment die Schlagzeile der Sociaty. Nachdem die 29-jährige Hotelerbin am Montag zugegeben hatte, im Besitz von Kokain gewesen zu sein, erließen die Richter in Las Vegas eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Nun könnte man sagen die Frau hat ohnehin was an der Waffel, da kann auch Kokain nicht mehr viel kaputt machen. Allerdings gibt es in den letzten Wochen noch einen anderen medialen Dauerbrenner, der aber nichts mit Promis und Sociaty zu tun hat.

In Ciudad Juárez (Mexiko) einer an der Grenze zu den USA gelegenen Millionenstadt, liefern sich die Rauschgiftkartelle einen blutigen Kampf um die Macht. Verspricht doch der illegale Drogenhandel in die USA jede Menge Profit. Trotz massiver Präsenz von Armee und Polizei fielen in der Stadt allein in diesem Jahr bereits mindestens 2000 Menschen den Machtkämpfen der Drogenkartelle zum Opfer. Damit ist Ciudad Juárez die gefährlichste Stadt der Welt.

Gemeinsam haben diese beiden Themen nur eins, das Kokain. Während sich die amerikanische High Sociaty mit Koks die Nase pudert um gut drauf zu sein und auf Partys heftigst feiern zu können, ist der Stoff in Mexiko ein schmutziges aber einträgliches Geschäft. So einträglich das die Ciudad Juárez in einem Strudel aus Gewalt und Korruption zu versinken droht und auch der Staat dagegen machtlos erscheint. Auch die Dollar die Paris Hilton und ihre Partyfreunde für Kokain ausgeben finanzieren die Killer der Kartelle.

Was ein It-Girl wie Paris Hilton macht findet immer Aufmerksamkeit und Nachahmer, das ist schlimm genug. Wenn dem Drogenbesitz dann auch noch keine spührbaren Konsequenzen folgen, gibt es keinen Grund in Zukunft darauf zu verzichten. Die Nachfrage nach Kokain bei der US-Sociaty wird wohl in nächster Zeit nicht sinken und in Juárez wird noch eine Menge Blut fliessen. Aber das steht ja in der Zeitung ja auf verschiedenen Seiten.

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10 September 2010

Die Droge lügt

So bunt und vielfältig die Welt der Drogen und ihrer Wirkung auf den Menschen auch ist, eines haben sie alle gemein. Sie verarschen Dich.

Bei klassischen Halluzinogene wie LSD, Meskalin und Psilocybin wird die visuelle, akustische und haptische Wahrnehmung gestört, man erlebt Halluzinationen. Die können bunt und lustig aber auch bedrohlich sein. Auf jeden Fall lügen Halluzinogene ihre Konsumenten direkt an, haben aber nur eine geringe Suchtgefahr. Andere Drogen lügen perfider.

Das Gehirn des Mensch ist mit einem internen Belohnungsystem ausgestattet, alles was uns gut tut wird mit angenehmen Gefühlen belohnt. Erfolg im Beruf, Sex, gutes Essen, Kontakt mit Freunden alles Dinge die für einen Menschen richtig und wichtig sind bestärken dieses Glücksgefühl. So graben sich günstige Strategien im Gehirn ein und wir sind bestrebt wieder das richtige zu tun. Wer Drogen konsumiert manipuliert an diesem Belohnungsystem herum, betrügt sich also mit falschen Glücksgefühlen. Bei häufigem Drogenkonsum passt sich das Gehirn an. Ohne die Droge kann das Belohnungsystem immer schwerer Wohlbefinden und Glück herstellen. Das Gehirn ist süchtig.

Alle Drogen lösen eine mehr oder weniger Starke psychische Abhängigkeit aus. Um so stärker die positive Wirkung bei der Einnahme um so höher die Gefahr davon abhängig zu werden. Die anfangs verbesserte Stimmung wird zunehmend zum Normalzustand und beim Nachlassen der Wirkung bleiben Depressionen und Ängste zurück. Denen wird dann durch neuerliche Drogeneinnahme begegnet. Eine wichtige Komponente bei der psychischen Abhängigkeit ist auch die Einschätzung des Konsumenten, dass seine schlechte Laune direkt auf das Nachlassen der Drogen Wirkung zurückzuführen ist.

Dazu kommt bei vielen Drogen eine körperliche (physische Abhängigkeit). Von einer solchen spricht man wenn beim Absetzen eine Substanz körperliche Entzugserscheinung auftreten. Welche von Schwitzen über verschiedenste Schmerzen bis zu starken Krämpfen reichen können. Grund für das Auftreten dieser Entzugserscheinungen sind körperliche Veränderungen, die besonders bei wiederholter Drogen Einnahme auftreten können. Dabei lernt der Körper durch Gegenregulierung mit den Vergiftungen umzugehen. Mit der Folge dass der Rausch immer mehr zum Normalzustand wird und beim Entzug negative Empfindungen, die durch die Droge unterdrückt wurden, nun vermehrt empfunden werden.

Abhängigkeit und Physische Schäden sind der Preis wenn man sich all zu sehr von Drogen belügen lässt.


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31 August 2010

Betäubungsmittelrecht

In Deutschland regeln drei Gesetze den Umgang mit Betäubungs- und Rauschmitteln. Der Kern und das bekannteste Gesetz ist hier sicher das "Betäubungsmittelgesetz" (BtMG). Es benennt, was wir im allgemeinen (illegale) Drogen nennen und was man mit ihnen alles nicht machen darf. Flankiert wird das BtMG noch vom "Grundstoffüberwachungsgesetz" (GÜG), welches den Umgang mit Stoffen regelt, aus denen oder mithilfe derer man Drogen herstellen kann. Und vom Arzneimittelgesetz (AMG) welches den Umgang mit all den Stoffen regelt die für medizinische Zwecke zum Einsatz kommen. Während die rechtliche Bewertung klassischer Rauschmittel wie Cannabis, Heroin oder Kokain durch das BtmG relativ einfach ist, wird es bei Designerdrogen und als Rauschmittel entfremdeten Stoffen schwieriger. Daher will ich heute mal die drei für das Betäubungsmittelrecht wichtigen Gesetze und deren Anwendungsspektrum vorstellen.
1. Betäubungsmittelgesetz (BtmG)
Das Gesetz benennt in seinen drei Anlagen was Betäubungsmittel sind.
Anlage 1: Nicht verkehrsfähige BTM z.B. Cannabis, LSD und Heroin, also Stoffe mit denen jeglicher Umgang verboten ist.
Anlage 2: Verkehrs- aber nicht verschreibungsfähige BTM z.B. Metamphetamin und Cocablätter, also Stoffe die mit spezieller Erlaubnis gehandelt, jedoch nicht an „Verbraucher“ abgegenen werden dürfen.
Anlage 3: Verkehrs- und verschreibungsfähige BTM z.B. GHB und Cocain, also Stoffe die mit spezieller Erlaubnis gehandelt und welche auch verschreibungsfähig sind.
Die Stoffe sind im BtmG als chemischen Formeln aufgeführt, das ist für den Laien recht schwierig zu lesen. Einfacher ist dann schon zu erkennen, was man (ohne Erlaubnis) mit diesen Stoffen alles nicht machen darf. Verboten gem. § 29 BtmG ist Anbau, Herstellung, Handel treiben, Ein-, Aus-, Durchfuhr, Abgabe, Veräußern, in den Verkehr bringen, Erwerben, Besitz , Verschaffen, Werbung, Bereitstellen von Geld, Verschreiben, Verabreichen und das Verschaffen/Gewähren/Mitteilen von Gelegenheiten. Auch die Strafbarkeiten sind im BtmG geregelt. Während der Umgang von geringen Mengen Drogen mit Geldstrafen geahndet werden kann, geht die Strafe bei nicht geringen Mengen, Bandenbildung und Abgabe an Minderjährige ganz schnell in die Verbrechenstatbestände. Mindeststrafe 1 Jahr. Was eine „geringe Menge“ ist wird übrigens nicht im BtmG geregelt. Diese richtet sich immer nach dem Wirkstoffgehalt und wird über Gerichtsurteile definiert. Aber das wäre mal ein Thema für sich.
2. Grundstoffüberwachungsgesetz (GÜG)
Das Gesetz regelt in Deutschland den Handel sowie die Ein- und Ausfuhr von Stoffen, die zur unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln geeignet sind. Die Stoffe des GÜG sind in drei Kategorien eingeteilt, die unterschiedlich strengen Regelungen beim Umgang unterliegen. Für alle gilt, das Herstellung, Ein-, Ausfuhr und Handel mit ihnen auf jeden Fall dann strafbar ist, wenn sie zur unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln verwendet werden sollen. Auch im GÜG (§19) sind dafür eigene Strafvorschriften enthalten.
Kategorie 1 erfasst direkte Vorläuferstoffe, häufig missbräuchlich verwendeter Betäubungsmittel. Handel, Ein-, Ausfuhr und Herstellung dieser Stoffe sind genehmigungs- und meldepflichtig. Selbst Apotheken müssen für diese Stoffe eine Endverbleibserklärung unterzeichnen. Ein Verstoß ist strafbar. Zum Beispiel Ephedrin der Vorläufer von Methamphetamin und Lysergsäure der Vorläufer von LSD. Aktuell sindin dieser Kategorie 13 Stoffe erfasst.
Kategorie 2 erfasst Reagenzien, die für die unerlaubte Herstellung von Betäubungsmitteln verwendbar sind. Herstellung, Ein-, Ausfuhr und Handel sind registrierungspflichtig, allerdings erst bei Überschreitung eines Grenzwertes. Handelt es sich um geringere Mengen, fallen diese Stoffe nicht unter das GÜG. In der Praxis werden jedoch auch kleinere Mengen überwacht. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht ist eine Ordnungswidrigkeit. Zum Beispiel Essigsäureanhydrid, Grenzwert 100 l zur Herstellung von Heroin. Aktuell sindin dieser Kategorie 5 Stoffe erfasst.
Kategorie 3 erfasst Lösungsmittel, die bei der unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln verwendbar sind. Hier ist die Ausfuhr in bestimmte Länder ab einer Grenzmenge genehmigungspflichtig. Zum Beispiel Aceton (50 kg) oder Schwefelsäure (100 kg). Aktuell sindin dieser Kategorie 6 Stoffe erfasst.
Wer aber glaubt, das GÜG zieht nur in Fällen von Laboren und Gefahrguttransporten, der irrt. Auch Fälle von Pseudoephedrinhaltigen Arzneimitteln, welche zur Crystal Herstellung in größeren Mengen legal erworben werden,erfasst das GÜG. Für Arzneimittel kommt grundsätzlich das Arzneimittelgesetz (AMG) zur Anwendung. Wenn jedoch Grundstoffe (wie das Pseudoephedrin) leicht und wirtschaftlich extrahiert werden können, kommt auch hier das GÜG zur Anwendung. (siehe Apotheken, Crystal und die BILD)
3. Arzneimittelgesetz (AMG)
Das Gesetz regelt den Verkehr mit Arzneimitteln für Mensch und Tier. Dies betrifft vor allem: Herstellung, Inverkehrbringung, Prüfung, Verschreibung, Aufklärung über und Abgabe von Arzneimitteln. Verstöße gegen das AMG werden teils als Ordnungswidrigkeiten, teils als Straftaten geahndet (siehe §§ 95 ff.). Auch eine Stoffliste gibt es im AMG zu finden. Der § 6a AMG bildet die Rechtsgrundlage für die Dopingliste des Bundesinnenministerium.

Achtung der folgende Absatz ist nach einem Gerichtsurteil nicht mehr aktuell:
Auch Designerdrogen, können unter das AMG fallen. Also Drogen die in ihrer Struktur leichte Änderungen gegenüber den in den Anlagen des BtmG aufgeführten Stoffen haben, aber noch ähnlich wirken, Wenn solche Substanzen in einschlägigen Shops verkauft werden (als Badezusatz, Legal Highs oder ähnlichem) kann es sich unter Umständen um "bedenkliche Arzneimittel" (§ 5 Abs.2 AMG) handeln. Für die Einstufung als Arzneimittel reicht es aus, wenn sie am menschlichen Körper angewendet oder einem Menschen verabreicht werden können, um "physiologischen Funktionen durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen". Somit dürfen diese Dinge nur in Apotheken und nicht in Headshops verkauft werden. Wer das Zeug nur konsumiert oder in Eigenverbrauchsmengen mitführt, kriegt keinen Ärger mit dem AMG. Wohl aber wer es vertickt.

06 August 2010

Hanfparade 2010


Morgen 13 Uhr startet in Berlin am Alexanderplatz die 14. Hanfparade. Unter dem Motto "Cannabis ist Weltkultur!" werden ca. 1500 Hanffreunde über die Friedrichstraße am Sitz der Drogenbeauftragten vorbei bis in die Nähe des Deutschen Bundestages ziehen. Ziel der Hanfparade ist es, das Wissen um die Kulturpflanze Hanf und die Legalisierung ihrer Nutzung als Rohstoff, Medizin und Genussmittel auf die politische Tagesordnung zu setzen. (Quelle: Hanfparade.de) Oder wie es ein Hans-Christian Ströbele von den Grünen auf der Hanfparade im Jahr 2002 ausrief: „Gebt das Hanf frei“.
In einer Mischung aus Musikparade, 68´er Demo und FlowerPower-Volksfest feiert sich die Deutsche Legalisierungsbewegung. Dabei werden regelmäßig Nutzhanfpflanzen (nicht zur Berauschung geeignet) aufgefahren und ausgestellt was zu Ärger mit der Polizei führt. Die Argumente kurz zusammengefasst:
1) Prohibition bringt nichts, Statistiken besagen wo es liberalere Gesetze gibt, wird weniger gekifft
2) Cannabis ist nicht gefährlicher als Alkohol, es sei denn es ist verunreinigt
3) Hanf wurde von Lobbyisten der Alkohol, Baumwolle und Tabakindustrie diskreditiert
4) Aus Hanf kann man viele tolle Sachen machen
Während in den ersten Jahren noch mehrere Zehntausend Menschen unter Losungen wie „Mit Hanf in die Zukunft“ (1999) und „Kein Krieg gegen Pflanzen“ (2001) für Cannabis demonstrierten, sind es heute nur noch um die Tausend. Die Rauschromantiker unter den Demonstrationsteilnehmern wünschen sich die Freigabe von Haschisch und Marihuana als Genussmittel. Am liebsten wahrscheinlich von Hanfklamotten tragenden Bio-Familienbauern auf dem Wochenmarkt angeboten. Die „Grüne Jugend“ stellt sich wiederum „Drogenfachgeschäfte“ vor, wo man weiche Drogen kaufen und sich über Risiken und Nebenwirkungen informieren kann. Ratiopharm Zwillinge ich hör Euch trapsen.
In völliger Verkennung der Schwierigkeiten die durch die bereits legalen Rauschmittel Tabak und Alkohol vorhanden sind, wird sich auch noch ein Markt für weiche Drogen gewünscht. Jährlich sterben über 200.000 Menschen in Deutschland am Missbrauch von jetzt schon legalen Drogen, Millionen sind nach ihnen Süchtig. Jugendliche sterben am Komasaufen und Gesetze zum Nichtrauscherschutz werden vor Verfassungsgerichte gezerrt. Obwohl Medikamente nur in Apotheken und mit aufklärenden Packungsbeilagen verkauft werden dürfen gibt es in Deutschland 1,4 bis 1,9 Millionen Medikamentenabhängige. (Quelle: Drogenbeauftragte Suchtbericht 2009).
Die Hanfparade hat durchaus gute Argumente. Der Staat und internationale Konzerne verdienen an legalen Drogen viel Geld. Auf der anderen Seite werden andere Rauschmittel illegalisiert. Klar dass die Hanffreunde es ungerecht finden dass ihr Genussmittel unter letzteres fällt. Aber der Rauschmittelfrage kann nur mit einem Kompromiss begegnet werden. Weder ein totales Verbot, noch eine totale Freigabe aller Drogen sind gesellschaftlich durchsetzbar. Eine Grenze zu ziehen ist notwendig und mehr legale Drogen machen die Welt keineswegs besser. Zumal man, durch die in aktuellen Züchtungen erziehlten Wirstoffmengen, bei Cannabis kaum mehr von "weichen Drogen" sprechen kann. Daher glaube ich nicht dass es in absehbarer Zukunft eine Mehrheit für die Legalisierungsbewegung geben wird.

01 August 2010

Rauchverbot in Bayern

Auch wenn die Bayern heute den LIGA total! Cup gegen Schalke verloren haben, in einer Sache sind sie heute Gewinner. Im Kampf um den Nichtraucherschutz.

Am 4. Juli haben die Bayern in einem Volksentscheid (mit 61 Prozent) das in Deutschland schärfste Nichtraucherschutzgesetz durchgesetzt, nachdem das Landes Parlament das Gesetz im April noch abgelehnt hatte. Ab heute darf grundsätzlich in Kneipen, Gaststätten, Festzelten und Diskotheken nicht mehr geraucht werden, auch nicht in Nebenräumen. Endlich hat in einem Bundesland der Schutz der Gesundheit Vorrang vor den Interessen der Tabaklobby und egoistischen Rauchern.

Wo auch immer Rauchen erlaubt war, bin ich (bei Fremden) mit meiner Bitte das Rauchen einzustellen gescheitert. Argument: wenn es mich stört soll ich gehen. Die Konzentration der im Rauch enthaltener giftiger Substanzen (Nitrosamine, Dioxine), die von der Zigarettenspitze in die Umgebung entweichen, ist oft höher als im inhalierten Rauch. Studien haben ergeben, dass Passivrauchen das Lungenkrebsrisiko und das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung (z.B. Herzinfarkt) um 25% erhöht. Ja das stört mich, aber warum soll ich da gehen?

Mit dem bundesweiten Rauchverbot 2009 ist die Luft zwar besser geworden, Konsequent war es Aufgrund der vielen, auch gern genutzten, Schlupflöcher aber nicht. So richtig hat sich die Politik wohl nicht getraut, den rauchenden Stammtischlobbyisten entgegenzutreten. In Bayern hat jetzt die Mehrheit der Menschen entschieden. Bis auf private Familienfeiern (das letzte Schlupfloch) ist es ab heute vorbei mit dem öffentlichen blauen Dunst.

Die Bayern sind jetzt also Vorreiter in Sachen Rauchverbot und ich bin sehr gespannt wie sich das weiter entwickelt. Ich denke es wird einfach Funktionieren und die Menschen werden Gesünder sein. Das Verbot gilt natürlich auch auf dem diesjährigen Münchner Oktoberfest, allerdings soll es für Wirte die es nicht durchsetzen in diesem Jahr noch keine Bußgelder geben. Schau`n mer mal.


www.nichtraucherschutz-bayern.de

30 Juli 2010

Loveparade

Was am 24. Juli 2010 in Duisburg geschehen ist ist wohl die größte Tragödie die Deutschlands Musik und Partykultur. Nunmehr 21 junge Menschen haben bei einer Massenpanik ihr Leben verloren, mehr als 500 wurde verletzt. Das ist unglaublich schrecklich, passende Worte kann man dafür einfach nicht finden.
Der Loveparade-Erfinder Dr. Motte hat in den Berliner Jahren der Parade eine Botschaft transportiert. "Gemeinsam und Friedlich Feiern". Das schien banal doch bei den Millionen Besuchern aus aller Welt erzeugte das schon ein unglaublich starkes und positives Gefühl. Ich selber war im Jahr 2000 das erste mal bei der Loveparade in Berlin und 2001 das erste mal auf einem der Trucks dabei. Besonders der Moment als unser "Float" damals vor die Siegessäule fuhr und ich für eine Minute auf einem der Go-go Podeste stand (Foto - im weißen Shirt) von welchem ich eben diese Millionen Menschen friedlich feiernd rund um den Truck sah. Ich war 25 Jahre alt und tief Beeindruckt.
Die Toten von Duisburg sind kaum 25 Jahre gewesen. Der Name Loveparade wird auch mich in Zukunft an sie und nicht an Partyvergnügen denken lassen. An Schuldzuweisungen werde ich mich nicht beteiligen. Klar ist aber das aus dieser Tragödie Konsequenzen für die zukünftige Planung von großen Events gezogen werden müssen.
Ich glaube nicht das sich das Verhalten so vieler junger Menschen alleine mit Computersimulationen berechnen lässt. Jugendliche haben von Natur aus nur ein geringes Gefahrenbewusstsein. Auf Veranstaltungen wie der Loveparde kommt noch der Gebrauch verschiedenster legaler und illegaler Rauschmittel dazu. Das will alles mit bedacht sein.
Nur wenn die Sicherheitskonzepte auf Megapartys in Zukunft nie mehr eine Massenpanik wie in Duisburg zulassen sind die 21 Menschen nicht umsonst gestorben.

22 Juli 2010

Kinder Dealer

„Kinder-Dealer zum 12-mal mit Drogen erwischt, Polizei ist Machtlos“. Diese Woche hatten die Boulevardmedien wieder ein schönes „Sommerlochthema“ gefunden. ein nach eigenen Angaben 11 jährige Palästinenser wird von der Berliner Polizei immer wieder beim dealen erwischt. Da er bei den Behörden als „Kind“ zählt wird er jedes Mal nur wieder in sein Kinderheim gebracht, in welchem er aber ein und ausgehen kann wie er möchte. Auch der angeblich 13 Jährige Hamin dealt trotz Aufenthaltsverbot immer wieder in der Berliner U-Bahn und kann trotz zahlreichen nachgewiesenen Straftaten nicht verurteilt werden. Zwei Beispiele für Kinder die ganz offensichtlich keine sind und ihre erschwindelte Immunität für eine kriminelle Karriere nutzen bzw. von Banden ausgenutzt werden.
Eine grobe Alterbestimmung beim Menschen per Röntgenanalyse ist möglich. Nach geltendem Recht muss ein solcher ärztlicher Eingriff medizinisch notwendig sein. Besteht keine medizinische Begründung, so muss das Verfahren vom Patienten ausdrücklich gewünscht sein oder eine "juristisch-soziale Indikation" bestehen. Der Grundrechtseingriff den das Röntgen darstellt muss also Verhältnismäßig sein. Das ist auch gut und richtig.
Kinder sind bis zu ihrem 14 Lebensjahr in Deutschland „Strafunmündig“. Man geht davon aus das Kinder die Straftaten begehen sich dessen nicht vollumfänglich bewusst, also „Schuldunfähig“ sind. Kinder die beim Nachbarn Äpfel klauen sollen nicht vorm Richter landen. Für diese Fälle sind auch die Gesetze gemacht, das ist auch grundsätzlich gut und richtig. Eltern und Lehrer sind in diesen Fällen gefragt. Bei jugendlichen Schulschwänzern aus kriminellen Elternhaus oder Umfeld funktioniert das aber nicht.
Egal welches Alter ein Jugendlicher hat, für seine Entwicklung ist es unerlässlich bei falschen Verhalten Konsequenzen zu spüren. Das müssen Eltern, Pädagogen und der Staat einfach leisten. Im Falle der Kinder-Dealer schadet das Nichteinschreiten erheblich. Zum einen sinken die Jugendlichen so früh ins Dealermilieu das sie kaum mehr rauskommen. Zum anderen machen sich kriminelle Banden das Nichteinschreiten des Staates zu nutze und werben bewusst Jugendliche an. Das „Gangster“ sein nicht so cool ist wie in den Songs diverser Rapper checken die unausgereiften Gehirne einfach nicht. Mit der „ich finde es nicht gut was du getan hast“ Pädagogik ist da nichts zu machen.
Die Rechtslage muss hier dringend an die Realitäten angepasst werden. Weniger um dem Strafverfolgungsanspruch des Staates gerecht zu werden, vielmehr der Entwicklung der Jugendlichen (mit und ohne Migrationshintergrund) zuliebe. Ich fürchte bei Jamal und Hamin aus Berlin ist das schon zu spät.

13 Juli 2010

Rauschkultur


Jede Kultur hat ihre Drogen, im Verlauf der Geschichte ändert sich aber hin und wieder mal das bevorzugte Rauschmittel.

Welche Droge zu welcher Zeit in welcher Region aktuell ist hängt von verschiedenen Faktoren ab. In erster Linie natürlich von der Verfügbarkeit des Rauschmittels bzw. deren Rohstoffe. Aber auch politische und religiöse Befindlichkeiten haben Einfluss auf die Rauschkultur. Während beispielsweise der Koran Alkohol ablehnt hat das Christentum damit keine Probleme. Daher hatte es dieser in Europa sicherlich einfacher sich zu etablieren. Im Orient hingegen, wo prächtiger Schlafmohn gedeiht, fand Opium viele Liebhaber.

Rauschmittel, Kultur und Gesellschaft sind schon immer eng verwoben. Fantasie und Entrückungs fördernde Drogen gehörten seit Jahrhunderten in die 1001 Nacht Kultur der Geschichtenerzähler und Derwische (Gottsuchende Wanderer) des Orient. Das Meskalin und Psilocibin der so genannten "Zauberdrogen" in die Kultur der Indianer Zentralamerikas. Und im expandierenden römischen Imperium berauschte man sich gern mit Wein. Überhaupt wurde zu Kriegszeiten die Angst der Soldaten schon immer mit Alkohol und später mit Pervitin (einem Amphetamin) betäubt. Eine bekiffte Truppe war da nicht zu gebrauchen. Herrschern und Heerführern war die Wirkung von Drogen sehr wohl bekannt. Was erlaubt oder geduldet war, änderte sich im Verlauf der Jahrhunderte oft parallel zur politischen Doktrin.

Verordnen oder gänzlich unterbinden lässt sich eine Rauschkultur freilich nicht. Von letzterem ist die Prohibition (1919-1933) in den USA ein schönes Beispiel. Aber auch die aktuelle "Rauchverbot" Diskusion in Deutschland zeigt wie schwer sich eine Rauschkultur zurückdrängen lässt. Darüberhinaus ist Drogen Ge-und Missbrauch auch ein gerne genutztes Mittel um gegen das herrschenden Establishment zu rebellieren oder kleine verschworene Subkulturen zu schaffen.


In der Globalisierten Welt von heute sind so ziemlich alle Drogen überall zu bekommen. Neben den in Deutschland erfolgreich etablierten legalen Drogen Alkohol und Nikotin gibt es hier viele weitere "Rauschkulturkreise". Die Kiffer die ihren Hanf gerne legalisiert sehen würden, die Partydrogen Freunde die sich am Wochenende mir Ecsatsy und Amphetaminen aufschaukeln usw. eine Multi-Rauschkultur.

Der Rauschbefürworter Gottfried Benn schrieb einst über die "denaturierten europäischen Gehirne" den Satz: "Sonst käme sie darauf, den Ausbau visionärer Zustände, etwa durch Meskalin oder Haschisch, der Rasse einen Zustrom von Erkenntnissen und von Geist zu vermitteln, der eine neue schöpferische Periode aus sich entbinden könnte".

Die Realität sieht aber anders aus. Bis auf wenige Ausnahmen im Bereich der Kunst, der Rausch ist eine Sackgasse. Besonders wenn neue Rauschmittel eine Gesellschaft erobern wird es Gefährlich. So hat das "Feuerwasser" des weißen Mannes beispielsweise der indianischen Kultur massiven Schaden zugefügt. Eine Kultur im Rausch entwickelt nichts Innovatives sie bedient sich in erster Linie selbst.


Quelle: Vom Rausch im Orient und Okzident

18 Juni 2010

Alkoholprävention vs. Fußball WM

Bier gehört schon immer zum Fußball gucken dazu, egal ob Zuhause oder beim Public Viewing. Entweder aus Freude, wenn Deutschland gewinnt oder aus Frust wenn sie verlieren wie eben gegen Serbien. Brauereien, Wirte und Veranstalter machen damit sehr gute Geschäfte. Das der eine oder andere mehr trinkt als er verträgt schadet ja dem Umsatz nicht. Gibt’sRandale ruft man die Polizei, fällt einer um den Rettungsdienst.
Das Alkoholpräventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT) will hier vor allem bei Jugendlichen vorbeugen. In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) sind zur WM Studenten mit Alkoholtestgeräten in der Innenstadt unterwegs. Ihre Mission: mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und Alkoholexzesse vermeiden. Beim Public Viewing auf dem Greifswalder Marktplatz sind die Präventionsteams aber nicht erwünscht, „versicherungstechnischen Gründen“ sagt der Veranstalter. Auch der Alkoholpräventionsspot „Kenn dein Limit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, darf in den Halbzeitpausen nicht auf der Greifswalder Großbildleinwand laufen. In der Zeit sollen Spots der Werbepartner gezeigt werden. Logo so ne 30 Quadratmeter Leinwand kostet auch Geld und verdient wird das nicht zuletzt durch den Alkoholverkauf.
In Berlin will sich die Kampagne „Na klar! Fußball gibt Dir den besseren Kick.“ gegen den Alkoholrausch beim Sport stemmen. Dazu werden tausende Plakate in den Berliner Bezirken aufgehängt und 10.000 Postkarten in Kneipen und Clubs verteilt. Eine persönliche Ansprache von Jugendlichen gibt es aber nicht, eine Gefahr für den Umsatz der Bierwagen dann wohl auch nicht.

14 Juni 2010

Drogen und Festivals

Jetzt wird endlich Sommer! Neben Fußball WM, Badespaß und Grillvergnügen auch die Zeit zum Feiern unter freiem Himmel. In den nächsten 3 Monaten erwarten uns in Deutschland jede Menge fette Festivals. Meist starten diese Freitags und dauern das ganze Wochenende. Um bis Sonntag richtig durchfeiern zu können oder zwischendrin mal ein wenig runter zu kommen, greifen dort viele auch gerne zu illegalen Drogen. Besonders die Campingplätze der Festivals werden kleine Drogenfeldlager. Denn im Gegensatz zum eigentlichen Festivalgelände gibt es dort kaum Kontrollen.

Der Drogenguide hat sich mal einen kleinen Überblick über das Festival geschehen 2010 und deren Umgang mit Drogen verschafft.

Hurricane Festival 18.06.-20.06. Eichenring Scheeßel in Niedersachsen, Sound: Indie/Rock/Emo, Besucher: ca. 70.000

Die Ordner führen am Zugang zum Festivalgelände Taschenkontrollen durch. Sollten dabei Drogen aufgefunden werden, sind sie angwiesen das der Polizei zu melden.

Melt! Fesival 16.07.-18.07. Ferropolis Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, Sound: elektro pop, Besucher: ca. 20.000

Wer beim Meltfestival mit Drogen erwischt wird fliegt ohne Vorwarnung raus bzw. kommt gar nicht erst rein. Da es dahingehend aber noch keine Probleme gab sind keine speziellen Kontrollen geplant.

Airbeat One Festival 16.07.-18.07. Flugplatz Neustadt-Glewe in Mecklenburg, Sound: Drum&Bass, Electro, House, Techno, Besucher: ca. 8.000
Auch beim Airbeat gibt es am Einlass Taschen Kontrollen. Werden Drogen gefunden werden die Leute der Polizei übergeben.

Sea of Love Festival 17.07.-18.07 Tunisee Freiburg in Baden-Württemberg, Sound: Elekto/Techno/House/Disco, Besucher: ca. 20.000

Bei Drogen ist es vorbei mit der Liebe am See. Am Eingang gibt es Taschenkontrollen, aufgefundene Drogen werden beschlagnahmt und vernichtet.

Fusion Festival 26.06.-27.06. Flugplatz Lärz in Mecklenburg, Sound: minimal/d&b/elektro/ska/dub, Besucher: ca. 15.000

„Zwanglos und unkontrolliert“ möchte dieses Festival sein. Presse unerwünscht und in Drogen-User-Foren wie „Hanfburg“ wird von diesem Festival geschwärmt. Die DrugScouts aus Leipzig bieten vor Ort DrugChecking an, ich denke die werden wissen warum.

Omas Teich Festival 30.07.-31.07. Großefehn in Niedersachsen, Sound: Electropunk, Indie, Rock, Besucher: ca. 8.000

Werden bei den Einlasskontrollen Drogen festgestellt gehts nicht zur Oma, sondern direkt zur Polizei. Die Veranstalter schließen selbst Zollkontrollen mit Drogenhunden im Rahmen ihres Festivals nicht aus.

Reggae Jam 30.07.-01.08. Bersenbrück in Niedersachsen, Sound: Reggae/HipHop/Dancehall, Besucher: ca. 15.000

Auf der Homepage der Raggae Jamer wird umfangreich über Drogen und Jugendschutz aufgeklärt. Ob es Kontrollen und ein Zusammenarbeit mit der Polizei geben wird haben sie mir aber nicht verraten

Nature One 30.07.-01.08.Raketenbasis Pydna in Rheinland-Pfalz, Sound: Elekto/Techno/House, Besucher: ca. 60.000

Ähnlich ist das auch bei Deutschlands größten Technofestival. Unter dem Menüpunkt "Anreise" wird vor Polizeikontrollen und dem Fahren unter Drogen gewarnt. Dazu wird über Wirkungsdauer und Abbauzeiten von illegalen Drogen und Alkohol informiert. Über eigene Kontrollen und Umgang mit Drogen konnte ich den Machern nichts entlocken.

Beim meinen Recherchen zu diesem Blog-Eintrag musste ich feststellen das die meisten Festival-Macher sich mehr Sorgen um das mitbringen von Glaßflaschen und Videokameras machen als um Drogen. Allerdings kommt mein Schlusswort aus den "Sicherheitsbestimmungen" des:


Highfield Festival 20.08.-22.08. Störmthaler See Großpösna in Sachsen, Sound: Indie/Rock/Emo, Besucher: ca. 25.000
"Solltest du allen Ernstes auf die Idee kommen illegale Drogen ausprobieren zu wollen, lass dir gesagt sein, dass ein Festival ein denkbar schlechter Ort dafür ist. Das Festivalwochenende an sich ist schon surreal genug. Experimente mit unerprobten Drogen können schnell zu Paranoia und Angstzuständen führen. Das Beschaffen und Konsumieren von Drogen auf dem Festivalgelände ist nicht nur illegal, sondern auch hochgradig dumm und gefährlich. Niemand kann wissen, was sich in den illegalen Substanzen befindet. Im Schlimmsten Falle kann der Konsum von Drogen, die man von fremden Menschen kauft, sogar tödlich enden. Die Ordner und die Polizei vor Ort haben ein Auge auf solche Geschäfte. Was passiert, wenn ihr erwischt werdet, brauchen wir euch wohl nicht zu erzählen."

Dem habe ich nichts hinzuzufügen und wünsche einen schönen Festival Sommer 2010.

Alle Festivals findest Du auf Festivalguide.de


Foto: © Christophe Rio - Fotolia.com

03 Juni 2010

Genuss-Gift-Geist

Am Wochenende (Sa. 5 Juni) beginnt in Weimar die Veranstaltungsreihe „Genuss – Gift – Geist“. Veranstalter ist der Arbeitskreis Drogenkritik, eine kleine Gruppe junger Menschen aus Weimar, die sich mit dem Themenkomplex: Drogen, Rausch, Gesellschaft beschäftigen.

"Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung stellen sie keine Randphänomene dar, sondern sind tagtäglich präsent und gehören zum Wesen des Menschen. Mit Vorträgen, Diskussionsrunden, einer Ausstellung, Filmvorführungen und Freiraum zur Entwicklung eigener Ideen oder Projekte soll eine Plattform geschaffen werden, auf deren Basis ein Diskurs entstehen kann. Dabei verzichten wir ganz bewusst auf eine Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen und Genussmitteln. Es soll aber weder belehrend noch beschönigend auf die Problematik eingegangen werden."

Die Reihe beginnt Samstag 14 Uhr mit der Ausstellungseröffnung „Drogenkultur-Kulturdrogen“ im Zeughaus. Für alle die sich mit der Drogenproblematik auseinandersetzen, sicher eine hoch interessante Sache. Mehr Infos unter:

http://genussgiftgeist.blogsport.de/