07 Juli 2011

Überwachungsstaat und Datenschutz

Datenschutz ist derzeit ein heiß diskutiertes Themengebiet. Egal ob es um  Vorratsdatenspeicherung  (wer, mit wem, von wo aus, wie lange kommuniziert), Telekommunikationsüberwachung (abhören und mitlesen) oder Lauschangriff (verwanzen von Räumen) geht. Der ach so böse Überwachungsstaat will dem unschuldigen Bürgern unverhältnismäßig die Privatsphäre aufmischen. "Freiheit satt Angst" wird gefordert und die deutschen Sicherheitsbehörden sind die Stasi 2.0 wird plakatiert.

Ich bin weder Terrorismus Experte noch möchte ich über Grundrechtseingriffe philosophieren aber eine Sache brennt mit bei Datenschutzdebatten immer unter den Nägeln. Die Polizei soll doch immer die richtig bösen Leute wegsperren. Die Bosse und Macher hinter Kinderpornoringen, Mafia und Drogenbanden. Wie stellt sich denn der "mündige Bürger" vor wie man so was macht?

Mal einen kleinen Schmuggler der Drogen für sich und seine Freunde besorgt kann ich schon mal mit der Polizeikelle aus dem Verkehr fischen. Aber die richtigen Kriminellen, die die richtig dick Kohle machen, Köpfe von organisierten Banden, im Drogengeschäft oder sonst wo. Die krieg ich auch mit viel Uniform, Polizeihubschraubern und Hundestaffeln nicht. Die "großen Fische" fängt man nur mit Überwachung von Daten und Geldströmen. Und das wünscht sich der Bürger doch auch, zu recht wie ich meine.

Ich bin mir absolut sicher, niemand freut sich über strengen Datenschutz mehr als die Drahtzieher krimineller Geschäfte. Natürlich möchte niemand einen Überwachungsstaat, auch ich nicht. Datenschutz und Informationelle Selbstbestimmung sind hohe Güter sind, die nicht ohne Grund Verfassungsrang haben. Ein Kampf gegen die organisierte Kriminalität, ist ohne eine gewisse Einschränkung dieser Rechte aber unmöglich. Dann kann die Polizei zwar noch Ladendiebe und Falschparker verhaften, Mafia und Co. können sich aber ein zweites (Datenschutz-)Loch in den Hintern freuen.

Kommentare:

Alba hat gesagt…

Ein radikaler Prohibitionist findet die Stasi 2.0 knorke. Weil: Diesmal geht's ja gegen die "richtigen". Passt ja wie Arsch auf Eimer. Genauso wie der Rest des Blogs perfekt zur Spießer- und Überwachungsmetropole Dresden passt. Man kann hier gar nicht so viel saufen, wie man kotzen möchte...

Übrigens, schon mal auf die Idee gekommen, dass sich die Herren Mafiosi noch viel mehr als über Datenschützer über Prohibitionisten wie dich freuen? Ohne die wäre der Handel mit Drogen für sie ja ähnlich uninteressant wie der mit Alkohol und Tabak.

Schön, dass deine Positionen im Netz ähnlich marginal sind wie dein Blog. Schade, dass das in der Politik nicht auch so ist...

Simon hat gesagt…

Hallo Alba
Vielen Dank für deinen Kommentar, auch wenn ich mich nicht als "radikaler Prohibitionist" sehe. Ich würde mich als drogenkritisch bezeichnen aber darüber möchte ich mich mit dir nicht streiten.

Wenn Du schreibst Tabak und Alkohol interessieren die Kriminellen nicht, ist das aber nicht richtig. Sowohl mit gefälschten als auch unversteuerten Tabak und Alkohol lässt sich Geld machen. Es zählt nur die Gewinnspanne, um so mehr Gesetze man missachten kann um so höher ist diese.

Tropenhölzer, Medikamentenfälschungen, Bauindustrie, die Mafiosi verdienen an vielen Dingen indem sie die "Ordnung" verletzen. Und in der Anarchie? Da würde sie, so meine marginale These, mit der Schaffung von (dann illegaler)"Ordnung" eine Machtposition aufbauen.

Frohe Feiertage wünscht der Spießer ;-)