03 Juni 2010

Genuss-Gift-Geist

Am Wochenende (Sa. 5 Juni) beginnt in Weimar die Veranstaltungsreihe „Genuss – Gift – Geist“. Veranstalter ist der Arbeitskreis Drogenkritik, eine kleine Gruppe junger Menschen aus Weimar, die sich mit dem Themenkomplex: Drogen, Rausch, Gesellschaft beschäftigen.

"Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung stellen sie keine Randphänomene dar, sondern sind tagtäglich präsent und gehören zum Wesen des Menschen. Mit Vorträgen, Diskussionsrunden, einer Ausstellung, Filmvorführungen und Freiraum zur Entwicklung eigener Ideen oder Projekte soll eine Plattform geschaffen werden, auf deren Basis ein Diskurs entstehen kann. Dabei verzichten wir ganz bewusst auf eine Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen und Genussmitteln. Es soll aber weder belehrend noch beschönigend auf die Problematik eingegangen werden."

Die Reihe beginnt Samstag 14 Uhr mit der Ausstellungseröffnung „Drogenkultur-Kulturdrogen“ im Zeughaus. Für alle die sich mit der Drogenproblematik auseinandersetzen, sicher eine hoch interessante Sache. Mehr Infos unter:

http://genussgiftgeist.blogsport.de/

31 Mai 2010

Weltnichtrauchertag 2010



„Die Lunge ist die Straße des Lebens und eine Straße muss immer gut geteert sein.“ Guten Morgen am Weltnichtrauchertag.
Der Weltnichtrauchertag, welcher alljährlich am 31. Mai stattfindet, wurde durch die Weltgesundheitsorganisation WHO 1987 ins Leben gerufen. Neben den Forderungen nach einem gesetzlichen Schutz der Nichtraucher steht vor allem die Beteiligung von Personen, Vereinen und Institutionen an Aktionen zum Nichtraucherschutz auf der Tagesordnung. So wird heute also viel Informiert, Plakatiert und Diskutiert wie man Nichtraucher schützen und das nicht Rauchen fördern könnte.
Die Lobbyarbeit von denen die an der Nikotinsucht und dessen „kulturellen“ Umfeld Geld verdienen hat ja in letzter Zeit sehr gut funktioniert. Nachdem erst mit viel tam-tam Rauchverbote für Clubs, Kneipen und Bierzelte eingeführt wurden um sie dann wieder zu demontieren, gibt es genug Gesprächs- und Handlungsbedarf.

Ansonsten ist das Beste was man am Weltnichtrauchertag machen könnte, nicht rauchen. Den Nichtraucher zuliebe, aber auch um sich selbst zu beweisen das man noch nicht süchtig ist. Wenn man es denn noch kann.

Foto: © Wolfgang Karg - Fotolia.com

27 Mai 2010

Drug Checking

Drogen sind Gift für den Menschen, das heißt aber nicht dass sie nicht noch extra vergiftet sein können. Blei im Marihuana, Milzbrand im Heroin oder Ratengift im Ecstasy, vergiftete Gifte kommen häufig vor. Ist ja auch logisch, es gibt weder Qualitäts- noch Hygienestandards, keine Behörde oder Institution überwacht die Herstellung. Wer ins Drogengeschäft einsteigt brauch weder Gesundheitspass noch irgendwelche Berechtigungen, nur kriminelle Energie. Drogenkonsumenten vertrauen ihre Gesundheit Leuten an von denen sie keinen Gebrauchtwagen kaufen würden.
Ende letzten Jahres starben europaweit acht Menschen an Milzbrand, Ursache war verseuchtes Heroin. 2007 mussten sich in Leipzig 35 Menschen mit Bleivergiftung im Krankenhaus behandeln lassen, nachdem sie "verbleiten" Cannabis geraucht hatten. Gras, Ecstasy, Speed, Heroin, Kokain gesundheitsschädliche Beimischungen finden sich überall. Die Liste der absichtlich oder versehentlich bei Herstellung oder Transport beigemischten Stoffe ist lang und gefährlich.
Drug Checking soll Konsumenten ermöglichen, die auf dem "Schwarzmarkt" erworbenen illegalen Substanzen auf deren Inhaltsstoffe und Reinheitsgrade zu überprüfen. Mit anderen Worten: Es soll für jeden User von Ecstasy oder anderen Substanzen möglich sein, seinen/ihren Stoff bzw. seine/ihre Pille daraufhin zu überprüfen, ob tatsächlich die gewünschte Droge (z.B. MDMA oder Kokain) enthalten und wie viel jeweils drin ist. Damit soll es u.a. möglich sein, vor dem Konsum unerwünschte hochriskante Substanzen festzustellen, deren Konsum derzeit zu gefährlichen Notfällen oder gar Todesfällen führen kann. (Quelle: www.drugscouts.de)
Die chemische Analyse illegaler Rauschmittel kann Menschenleben retten ist aber drogen-politisch sehr bedenklich. Soll man Drogen für sauber oder unbedenklich erklärt wenn man keine Verunreinigungen findet? Die Hemmschwelle Drogen zu nehmen würde noch weiter sinken wenn die Leute ein Qualitätssiegel auf ihrem Stoff hätten. Für den einzelnen Drogenkonsumenten bietet Drug Checking aber auf jeden Fall eine Schadensminimierung, selbst wenn nicht alle Gifte im Stoff gefunden werden. Hier sehe ich auch die größte Chance. Besonders auf Festivals und großen Events kann man durch Drug Checking Angebote mit Usern ins Gespräch kommen die man mit klassischer Drogenprävention nicht(mehr) erreicht. (akzeptierende Drogenarbeit)
Aber ist Drogenprävention nicht Aufgabe der Polizei? Auch wenn die Polizei von Zusammensetzung bzw. Verunreinigung den meisten Sachverstand und die besten Analysemöglichkeiten besitzt, Drug Checking kann sie nicht anbieten. Nach § 163 Strafprozessordnung unterliegt sie einem Strafverfolgungszwang und müsste jeden verhaften der Drogen zur Überprüfung abgibt. Daher bleibt es nur privaten Verbänden, Vereinen oder Institutionen vorbehalten Drug Checking anzubieten. Bleibt zu hoffen dass diese sich ihrer Verantwortung bewusst sind und Drogenkonsumenten nicht die Scheinsicherheit eines kontrollierbaren Genussmittels geben.


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