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14 März 2018

11 Fakten zu Fentanyl

1.) Fentanyl wurde 1960 von dem belgischer Chemiker Paul Janssen entwickelt. Es ist ein synthetisches Opioid, das als Schmerzmittel in der Anästhesie (bei Narkosen) sowie zur Therapie akuter und chronischer Schmerzen bei Erwachsenen und Kindern (ab 2 Jahren), eingesetzt wird. 

2.) Fentanyl “N-(1-Phenethyl-4-piperidyl)-N-phenylpropanamid “ steht in Anlage III des deutschen Betäubungsmittelgesetz, es ist somit verkehrs und verschreibungsfähig. Auch im Schweizer Betäubungsmittelgesetz und im österreichische Suchtmittelgesetz ist die Droge gelistet. 

3.) Der Grenzwert zur “nicht geringen Menge” wurde vom OLG Nürnberg, Urteil vom 29.04.2013 - 1 St OLG Ss 259/12 (zit. nach juris) auf 75 mg (Wirkstoffgehalt) festgelegt. Grundlage hierfür war eine Vergleichsbetrachtung zu Heroin. Eine „durchschnittliche Konsumeinheit“ konnte nicht festgelegt werden. 

4.) Fentanyl tritt häufig als weißes Pulver oder in Pillenform auf. Der größte Teil kommt unter Namen wie "Cleaning Powder", "White Powder" oder "Pearl Powder White" aus China. 

5.) Für die Herstellung von vielen tausend Einzeldosen sind nur sehr geringe Mengen erforderlich , es kann also problemlos versteckt und transportiert werden. Das macht Fentanyle zu einem Problem für Polizei und Zoll, für die organisierte Kriminalität aber zu einer attraktiven Ware. 

6.) Fentanyl wirkt vorwiegend stark schmerzlindernd (analgetisch) und beruhigend (sedierend). Es ist etwa 120-mal so potent wie Morphin. Während die Wirkung an sich stärker ist, ist die Wirkdauer aber kürzer. Es imitiert in etwa die Wirkung von Heroin. 

7.) Zwischen 2009 und 2016 wurden in Europa 25 neue synthetische Opioide entdeckt (darunter 18 Fentanyle). Anfang 2017 nahm die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) Risikobewertungen von zwei Fentanylen (Acryloylfentanyl und Furanylfentanyl) vor, nachdem mehr als 50 Todesfälle im Zusammenhang mit diesen Substanzen gemeldet worden waren. 

8.) Besonders das vom Fentanyl abgeletete (Derivat) Carfentanyl sorgt in der Drogenszene seit einiger Zeit für furore. Die Substanz wird im Gegensatz zu anderen Fentanyl-Derivaten nicht in der (Human-)Anästhesie eingesetzt, sondern in der Veterinäranästhesie zur Betäubung großer Wildtiere wie z. B. Löwen, und Eisbären. Dabei wirkt Carfentanyl 10.000 mal stärker als Morphium, bereits 2 mg können für einen Menschen tödlich sein. 

9.) Carfentanyl wirkt bei einer Dosis von etwa 1 bis 2 µg schmerzausschaltend und behindert die Funktion des zentralen Nervensystems. Höhere Dosen wirken zunehmend einschläfernd. Bei Dosen von 50 bis 100 µg werden die Symptome verstärkt und es kommt zu Bewusstlosigkeit und Atemdepression (Verlangsamte Atmung und Sinken der Atemfrequenz). 

10.) Auch die USA haben massive Probleme mit den Opioiden. Laut US-Drogenbehörde (DEA) starben 2013 allein im Bundesstaat Ohio 92 Menschen an einer Überdosis illegalen Fentanyls. Ein Jahr später waren es mit 514 fast sechs mal so viele. In den gesamten USA starben 2014 mindestens 28.000 Personen an einer Überdosis Opioide. Davon ließen sich knapp 5500 Tote auf Fentanyl zurückführen. 

11.) Am 21.04.2016 stirbt US-Popstar Prince wegen einer Überdosierung des Schmerzmittels Fentanyl. Die Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Minnesota schlossen einen Suizid aus und sprach von einem "Unfall". Prince hatte sich selbst "versehentlich" eine zu hohe Dosis des synthetischen Opiat verabreicht. 

Foto: Clewiston Police Department (Dosis von Heroin, Fentanyl und Carfentanyl, die notwendig ist, um einen durchschnittlichen Erwachsenen zu töten)


Quellen:

07 Oktober 2017

11 Fakten zu Drogen in Tschechien

1.) In Tschechien werden pro Jahr zwischen 10 und 12 Tonnen Crystal pro Jahr produziert, damit ist das Land Methamphetaminproduzent Nummer Eins in Europa. Die Droge wird hier nach ihrem früheren Namen als Medikament “Pervitin” genannt. 

2.) Während in Europa nur 1 % aller Sichergestellten Drogen Methamphetamine sind, sind es in Tschechien 50 %. Auf Platz zwei der Sicherstellungen liegt Cannabis mit 40 %. 

3.) Jährlich werden in Tschechien über 1 Tonne Crystal aus dem Verkehr gezogen (2014: 1,2 Tonnen) 

4.) Neben Prag liegt sowohl bei der Herstellung als auch beim Konsum der Schwerpunkt im deutsch-tschechischen Grenzraum. In den letzten 3 Jahren wurden hier 797 Drogenküchen dicht gemacht. 

5.) Während Konsumenten in Deutschland für 1 g Crystal in der Regel zwischen 70 und 120 Euro bezahlen, liegen die Preise in Tschechen zwischen 13 und 45 Euro 

6.) Drogenkonsum ist (wie auch in Deutschland) in Tschechien nicht strafbar. Herstellung und Besitz geringer Mengen Drogen ( z.B. bis 5 Cannabispflanzen, 1,5 g Crystal oder 1 g Kokain) stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Der Besitz größerer Mengen aber auch der Drogenhandel ist immer eine Straftat. 

7.) Ca. 2 % der Kriminalität in Tschechien ist Drogenkriminalität. Bei 30 bis 40 % geht man von Beschaffungskriminalität aus. 

8.) Vietnamesen sind mit 56 % die mit Abstand größte Gruppe von Ausländern die in Tschechien in die Drogenkriminalität involviert sind. 2016 waren es hier 135 Personen, gefolgt von Slowaken (58 Personen) und Polen (32 Personen). 

9.) In Tschechien gibt es kein Postgeheimnis wie in Deutschland. Die für Rauschgiftbekämpfung zuständigen Behörden können vergleichsweise einfach, z.B. mit Hilfe von Drogenspürhunden, Drogensendungen per Post oder Paketdienst aufspüren. 

10.) In Tschechien fehlt ein Gesetz zur Bekämpfung “Neuer Psychoaktiver Substanzen” (NPS) auch als “Legal Highs” bekannt. Wie bis Ende 2016 auch in Deutschland, wird dort eine neue Droge erst illegal wenn sie ins Betäubungsmittelgesetz aufgenommen wurde. 

11.) Der Kampf gegen Drogen wird aktuell in Tschechien verstärkt. So erhält die Nationale Antidrogenzentrale 182 neue Beamte, der Verkauf von PSE haltigen Medikamenten (wird zur Crystalherstellung verwendet) wird stark eingeschränkt und verschiedene Präventionsprojekte (z.B. der Antidrogenzug) werden ausgebaut.

Quellen:

Veranstaltung am 27.09.2017 in der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin zum Thema "Crystal im deutsch-tschechischen Grenzraum". (Foto)

15 November 2016

11 Fakten zu Kokain

1) Kokain ist eine stimulierende Droge die in einem dreistufigen Verfahren und unter Verwendung einiger ziemlich giftiger Substanzen (Lösungsmittel, Benzoylchlorid und Methanol) hergestellt wird. Dabei wird aus 250 Kilo Kokablätter am Ende ein Kilo Kokain gewonnen.

2) Die Cocapflanze als Quelle des Kokains wird in den Anden in Südamerika (Bolivien, Peru und Kolumbien) in einer Höhe zwischen 600 und 1.000 m angebaut. Weltweit wächst der Cocastrauch auf 132.000 Hektar,  einer Fläche wie 66 mal der größte Deutsche Flughafen (Frankfurt am Main) oder 185.300 Fußballfelder.
3) Kokain ins nach Cannabis die am zweit häufigst sichergestellte Droge in Europa. Im Jahr 2014 wurden bei 78 000 Sicherstellung 61,6 Tonnen festgestellt. Mit 5,7 Mrd Euro belegt Kokain hier Platz drei bei den Marktanteilen, hinter Cannabis und Heroin. Im vergangenen Jahr zogen deutsche Ermittler die Rekordmenge von 3,5 Tonnen Kokain aus dem Verkehr.

4) Die Psychische Suchtgefahr ist das Hauptrisiko beim Kokain. Die Droge führt im Gehirn zu einer erhöhten Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin Produktion. Die Konsumenten fühlen sich wacher, ungehemmter und haben mehr Energie. Nach ca. einer Stunde stellt sich ein Gefühl der Leere und der Drang nachzulegen ein. Körperliche Entzugserscheinung gibt es nicht, auch Überdosierungen sind eher selten. Eine Überdosis Kokain ist bei weniger als 2 % aller Drogentoten in Deutschland die Todesursache.

5) In der EU haben 3,6 Millionen Menschen innerhalb der letzten 12 Monate Kokain konsumiert, das sind 1,1 Prozent aller Europäer. 17,1 Millionen Menschen in Europa haben überhaupt schon mal Kokain konsumiert, das entspricht 5,1 Prozent.

6) Im Jahr 2014 produzierten die Kartelle laut Schätzungen der Vereinten Nationen 943 Tonnen Kokain, der Jahresumsatz wird auf 77 Milliarden Euro geschätzt. Etwa  5,7 Milliarden Euro geben die Europäer pro Jahr für Koks aus.

7) Während in  Nord- und Mitteleuropa Amphetamine die am häufigsten Sichergestellte stimulierende Droge ist, ist Kokain in west- und südeuropäischen Ländern das am häufigsten beschlagnahmte Stimulans. Ganz vorne in der Statistik steht hier Spanien.

8) Kokain wird in Europa in zwei Formen angeboten, am  häufigsten als Kokainpulver (ein Hydrochloridsalz). Das rauchbare Crack (freie Base des Kokains) ist weniger verbreitet aber Aufgrund des schneller und heftiger eintretenden Rausches auch stärker und gefährlicher.

9) In Europa liegt der Reinheitsgehalt von Kokain zwischen 36 und 50 Prozent, die Preise liegen zwischen 52 und 72 Euro pro Gramm.  In Sylt kostet eine Portion 100 Euro, in Berlin zwischen 40 und 60 Euro. Wobei auch Kokain ein Sommerloch kennt und dann in Deutschland günstiger wird.

10) Abwasseranalysen haben ergeben dass in Deutschland Dortmund die Hauptstadt des Kokain Konsum ist. Die Tatsache dass der Konsumschwerpunkt unter der Woche liegt, zeigt das Kokain immer mehr von einer Party- zu einer Alltagsdroge wird.

11) Die erste Rezeptuhr des Erfrischunggetränks Coca-Cola enthielt bis 1906 einen Extrakt aus Cocablättern (und erhielt so seinen Namen), sodass ein Liter Coca-Cola rund 250 Milligramm Kokain enthielt. Auch heute enthält Coca-Cola noch Inhaltsstoffe der Cocablätter, aber nur nichtalkaloide ohne Rauschwirkung.


Foto: Wikipedia

01 Juni 2016

11 Fakten zum EU Drogenbericht

1.) Der EU-Drogenbericht 2016 wurde am 31. Mai 2016  von der EU-Drogenaufsicht EMCDDA an ihrem Sitz in Lissabon veröffentlicht. Der Bericht, umfasst Schwerpunktmäßig  die Entwicklung von Drogenkonsum und Drogenkriminalität in Europa in den vergangenen zwei Jahren.

2.) In den letzten 10 Jahren steig  die Zahl der gemeldeten Drogendelikte um 34 Prozent auf 1,6 Millionen Fälle. Dabei werden in der EU pro Jahr illegale Drogen im Wert von rund 24,3 Milliarden Euro umgesetzt.

3.) Bei der Datenerhebung wird sich nicht nur auf die Meldungen von Polizei, Zoll und anderen staatlichen Stellen gestützt. Sie ermittelt ihre Daten mittlerweile auch durch Befragungen in Notaufnahmen und durch Analysen von kommunalen Abwässern auf Drogen-Rückstände.

4.) 83,2 Millionen Europäer also mehr als jeder Vierte  zwischen 15 und 64 Jahren hat in seinem Leben schon einmal Drogen konsumiert. Besonders gerne werden Cannabis und Kokain ausprobiert.

5.) 16,6 Millionen Europäer im Alter zwischen 15 und 34 Jahren und damit 13,3 Prozent dieser Altersgruppe, haben im untersuchten Zeitraum Cannabis konsumiert. Besonders stark stieg der Konsum von Cannabis  in Frankreich und Finnland.

6.) MDMA der Hauptbestandteil von Ecstasy erlebt ein Comeback. Nach einem Rückgang bei früheren Erhebungen steigt der Konsum bei Jüngeren Europäern wieder an. So haben 2,1 Millionen der 15- bis 34-Jährigen Europäern  im vergangenen Jahr MDMA genommen.

7.) Auch der Konsum von Kokain nimmt  wieder zu. 2,4 Millionen junge Erwachsene nahmen es im vergangenen Jahr zu sich. Dabei wird  Kokain immer mehr zur Partydroge, denn konsumiert wird häufig  im Urlaub und am Wochenenden. Besonders beliebt ist das weiße Gift in Spanien, den Niederlanden und in Großbritannien.

8.) 1,2 Millionen Europäer werden jährlich wegen Drogenkonsums behandelt,  6800 Menschen sterben an Überdosierung. Insgesamt ist die Zahl der Drogentoten in Europa leicht angestiegen, vor allem in Irland, Litauen, Schweden und Großbritannien. Die mit Abstand tödlichsten Drogen sind die Opiate (wie Heroin), sie sind für 82 % der Überdosierung verantwortlich.

9.) Im Jahr 2014 wurden 15 % aller in Europa gemeldeten neuen AIDS-Fälle mit dem injizierenden Drogenkonsum in Verbindung gebracht. Mit 590 Meldungen beläuft sich die Zahl dieser Fälle auf gut ein Viertel des vor zehn Jahren ermittelten Werts. Trotzdem stellt der injizierende Drogenkonsum im Hinblick auf Infektionskrankheiten einen  hohen Risikofaktor dar.

10.) Im Jahr 2015 kamen 98 neue, teilweise hochgiftige "psychoaktive Substanzen", auch unter der Bezeichnung “Legal Highs” bekannt,  auf den Markt. Der Schwerpunkt liegt hier vor allem bei den synthetischen Cannabinoiden.

11.) Der Verkauf von Drogen über das Internet, genauer im Darknet, nimmt zu.  Dabei zeigt sich dass die Qualität, also die Reinheit der Drogen, die online angeboten werden, höher ist, als beim Straßenverkauf. Denn genau wie bei den Internet-Kaufportalen Amazon oder ebay betreiben Märkte im Darknet ein nutzerbasiertes Vertrauenssystem, bei dem Verkäufer und Kunden einander bewerten.

25 Januar 2016

11 Fakten zu Methamphetamin

1.) Im Jahr 1800 wird der Grundstoff Ephedrin erstmalig aus einer Pflanze isoliert, 1893 gelang die erste Synthetisierung von flüssigem Methamphetamin, 1919 trat der Stoff erstmals in Kristallform ("Crystal") auf, 1920 kam das erste Arzneimittel auf Ephedrinbasis als Mittel gegen Asthma Bronchiale auf den Markt, 1937 wird der erste Missbrauch und 1938 die erste Amphetaminpsychose beschrieben. Im selben Jahr beginnen die Berliner Temmlerwerke mit der industrielle Fertigung des Methamphetamin unter dem Namen „Pervitin“.

2.) Die „therapeutische Dosis“ von Pervitin lag bei 10 bis 30 mg am Tag. Schon diese Dosis war nicht ungefährlich und daher wurde es 1941 unter das Reichsopiumgesetz gestellt. Ein Crystal-Konsumenten nimmt heute mit 500 bis 3000 mg deutlich mehr Methamphetamin zu sich.

3.) Der 28jährige Boxer Jupp Elze, verstarb 1968 nach einem K.o. im Ring. Er hatte 150 Kopftreffer eingesteckt. Ohne Methamphetamin wäre er viel früher zu Boden gegangen und vielleicht nicht gestorben. Er gilt als Deutschlands erstes bekanntes Dopingopfer. Es dauert weitere 20 Jahre bis Methamphetamin verboten wird.

4.) Methamphetamin gehört wie Amphetamin zu den aufputschenden Drogen auch Weckamine genannt. Es wirkt nur wesentlich länger, stärker und schneller da es die Blut-Hirnschranke besser überwinden kann. Während die Wirkung einer Dosis („Line“) Amphetamin in etwa sechs bis acht Stunden anhält, kann der "Meth-Konsument" auf fast 20 Stunden „drauf sein“ hoffen.

5.) Durch die Ausschüttung der körpereigenen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin kommt es zu einer körperlichen Leistungssteigerung, verbunden mit einer Erhöhung von Puls, Herzfrequenz und Blutdruck. Im menschlichen Körper werden Mechanismen ausgelöst welche die Natur für Momente vorgesehen hat in denen der Mensch großen Gefahren ausgesetzt ist.

6.) Nach dem Konsum werden Schmerzempfinden, Hunger und das Schlafbedürfnis unterdrückt. Der Konsument empfindet ein gehobenes Selbstwertgefühl, eine gesteigerte Risikobereitschaft und Euphorie. Allerdings wird er auch sehr Nervös und entwickelt starken Rededrang. Besonders die Bewältigung von stupiden und monotonen Tätigkeiten fällt unter Methamphetamineinfluß leichter. Sowohl die Konzentration und Aufmerksamkeit als auch sexuelle Erregung und Leistungsfähigkeit können kurzfristig erhöht werden.


7.) Lanzeitfolgen des Konsum sind massive Schlaf- und Kreislaufstörungen. Magenschmerzen bis hin zum Magendurchbruch sind möglich. Charakteristisch sind auch die als „Crystal-Akne“ bekannten Entzündungen der Haut, Zahnverlust und Unterernährung. Dazu leiden Langzeitkonsumenten häufig an Krampfanfällen, Herzversagen, Paranoia sowie Leber- und Nierenschäden.

8.) Mitte der Achtziger veröffentlichte der radikale US-Chemiker Steve Preisler unter dem Pseudonym Uncle Fester sein Drogenkochbuch zum Heimgebrauch. Titel: „Secrets of Methamphetamin Manufacture“. Diese Anleitung zur Herstellung von Crystal, gilt als Initialzünder für die Verbreitung von Meth in den USA. Auch heute noch ist es im US-Buchhandel erhältlich.

9.) Bei der Herstellung von Meth entstehen hochgiftigen und explosiven Substanzen die immer wieder für heftige Unfälle sorgen. Sie fliegen einfach in die Luft oder die Lagerung der Ausgangsstoff im Kühlschrank neben Babybrei führt zur Vergiftung von Kindern.


10.) Ein grundsätzliches Problem beim weltweiten Monitoring (Beobachtung) des Methamphetaminkonsum ist die Kodierungen nach ICD-10. Diese Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet häufig nicht zwischen Amphetamin (wie Speed) und Methamphetamin (wie Crystal). Ein globaler statistischer Vergleich beim Methamphetaminkonsum ist so kaum möglich.


11.) In Deutschland gilt das Grenzgebiet zu Tschechien, also die Bundesländer Bayern und Sachsen, als besonders mit wachsendem Methamphetaminkonsum konfrontiert. Insgesammt wurden 2014 in Deutschland 73,2 kg Crystal sichergestellt. Obwohl das 5,3 % weniger als im Vorjahr war, stiegen die "Konsumentenpreise" im gleichen Zeitraum um 12,3 % an. Ein deutliches Zeichen das die Nachfrage steigt.

Bild: Cover von "Secrets of Methamphetamin Manufacture"

Quellen:

21 August 2015

11 Fakten zu Legal Highs

1.) Als "Legal Highs" oder wie sie die Polizei neuerdings nennt "neuen psychoaktiven Substanzen" (NPS) werden eine Vielzahl synthetisch hergestellter psychoaktiver Substanzen bezeichnet. Hin und wieder werden auch Drogen auf pflanzlicher Basis als "Legal Highs" verhökert. Im Kern geht es darum das die Wikstoffe neu sind und (noch) nicht dem Betäubungsmittelrecht unterliegen. Damit versprechen sie das sie legal High machen.

2.) Deklariert als "Räuchermischungen", "Badesalze" oder "Forschungschemikalien" werden sie hauptsächlich über OnlineShops im Internet gehandelt. Hin und wieder werden sie auch in Head- und Growshops angeboten.

3.) Zu den Neben- und Langzeitwirkungen der neuen psychoaktiven Substanzen gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse. Da soviele unterschiedliche Wirstoffe (zu denen ja auch immer wieder neue hinzu kommen) als "Legal Highs" bezeichnet werden, wird man diese auch niemals so klar definieren können wie das bei klassischen Drogen der Fall ist.

4.) Bei den Wirstoffen in "Räuchermischungen" handelt es sich hauptsächlich um synthetische Cannabinoide. Viele Risiken und Nebenwirkungen ähneln daher denen, die beim Konsum hoher Dosen von Cannabis auftreten. Die Nebenwirkungen und Gesundheitsschäden beim Konsum von synthetischen Cannabinoiden können aber erheblich stärker sein. Der Kosum leht am "kiffen" an.

5.) Bei den Wirstoffen in "Badesalzen" handelt es sich meist um synthetische Stimulanzien, Entaktogene oder Halluzinogene die meistens in Pulverform, seltener als Pillen oder Kapseln angeboten werden. Oft auf Basis von Amphetaminen sind die Stimulanzein klassische Designerdrogen. Der Konsum leht am am "Line ziehn" oder "Pille einwerfen" an.

6.) Bei "Forschungschemikalien" (Research Chemikals) handelt es sich in der Regel um synthetische Reinsubstanzen aus unterschiedlichen Stoffgruppen. Als solche werden Stimulanzien, Entaktogene, Halluzinogene, Cannabinoide, Opioide und Benzodiazepine verkauft die (noch) nicht dem Betäubungsmitterecht unterliegen. Der Inhaltsstoff wird auf der Verpackung angegeben, es gibt aber Fälle von Falschdeklaration.

7.) "Räuchermischungen" und "Badesalze" haben knackige Fantasienamen wie Spice Gold oder Captain Pirate. Die Inhaltsstoffe und Dosierungen in ein- und demselben Produkt können wechseln und werden meist nicht
auf der Verpackung angegeben.

8.) Beim "Flash Eurobarometer" 2011 gaben 4 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland an, mindestens einmal "Legal Highs" konsumiert zu haben. Das jährliche Frankfurter Drogenmonitoring, bei dem Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 18 Jahren stichprobenartig zu ihrem Drogenkonsum befragt werden, gaben im Jahr 2012 sieben Prozent aller Jugendlichen an, mindestens einmal im Leben "Räuchermischungen" probiert zu haben. Zwei Prozent haben mindestens einmal andere "Badesalze" konsumiert.

9.) Einige Inhaltsstoffe von "Legal Highs" sind bereits dem Betäubungsmittelrecht unterstellt. Handel, Besitz, Herstellung, etc. sind also verboten. Bei allen anderen gingen Strafverfolgungsbehörden davon aus, dass diese Stoffe dem Arzneimittelrecht unterliegen und somit nicht gehandelt werden dürfen. Diese Regelung wurde aber vom Europäischen Gerichtshof im Juli 2014 als nicht zulässig eingestuft, so dass der Vertrieb dieser Substanzen aktuell nicht strafrechtlich verfolgt werden kann. Wie lange diese Gesetzeslücke noch bestehen bleibt ist fraglich.

10.) Wer unter dem Einfluß von "Legal Highs" ein Fahrzeug bewegt riskiert seinen Führerschein. Allerdings sind die Möglichkeiten der Polizei einen solchen Konsum festzustellen noch begrenzt, da es an Schnelltests fehlt.

11.) Welche "Legal Highs" schon unter das Betäubungsmittelgesetz fallen und/oder besonders gefährliche Inhaltstoffe haben ist unter www.legal-high-inhaltsstoffe.de abrufbar. Die Internetseite informiert als offizielle Webseite des EU-Projektes Spice II+ über "Legal Highs".

30 April 2015

11 Fakten zu Cannabis


1.) Cannabis ist Europas illegale Droge Nummer Eins. 73,6 Millionen das sind 21,7 Prozent der Erwachsenen haben in ihrem Leben bereits Cannabis konsumiert. Der Jahreskonsum kann mit 2000 Tonnen beziffert werden. 

2.) Cannabis ist nicht mal in den Niederlanden eine legale Droge, in den bekannten Coffeeshops wird der Verkauf nur geduldet. Ein Großteil des dort verkauften und besteuerten Cannabis stammt von illegalen Plantagen. 

3.) Cannabis hat ein sehr breites Spektrum von unterschiedlichen Wirkstoffen, die man als Cannabinoide bezeichnet. Diese Substanzen greifen im Körper in ein wichtiges körpereigenes Signalsystem ein, das Endocannabinoidsystem, indem sie auf die Cannabinoidrezeptoren wirken. 

4.) Cannabinoidrezeptoren sind im ganzen Körper verteilt und steuern zentrale Körperfunktionen wie Körpertemperatur, Bewegung, Schlaf und Appetit. Diese sind jedoch eigentlich für die Verarbeitung anderer, körpereigener Botenstoffe wie Anandamid zuständig. 

5.) Das bekannteste und mengenmäßig wichtigste Cannabinoid ist das Δ9-THC, es verursacht auch den bekannten Rausch. Die anderen Cannabinoide haben hingegen keine Rauschwirkung stehen aber sehr wohl im Focus medizinischer Forschung. 

6.) Intensiver Cannabiskonsum schadet dem Gehirn. Die Anzahl der Neurotransmitter Glutamat und GABA nimmt ab und zwei wesentliche Teile des Gehirns, der Hippocampus und die Amygdala, schrumpfen. Zu den Langzeitfolgen des Cannabiskonsum zählen eine Abnahme der Lern- und Konzentrationsfähigkeit sowie des allgemeinen Denkvermögen. 

7.) In wenigen Fällen kann Cannabis der Auslöser für Psychosen sein. Die Ursache trägt der Konsument in diesen Fällen aber schon vorher unbemerkt in sich. Bei denen kann dann schon ein Joint die Erkrankung ausbrechen lassen. 

8.) Die Rauschwirkung von Cannabis ist von Mensch zu Mensch verschieden. Je nach Konsumart, Konsummenge, Konsumumfeld und Gefühlslage beim Konsum können die unterschiedlichen Effekte auftreten. Positive wie stimmungsaufhellende oder euphorisierende Verschiebung von Sinnesreizen, Zeit- und Raumgefühl aber auch negative wie Blutdruckprobleme, Herzrasen oder diffuse Ängste und Realitätsverlust. 

9.) Cannabis macht sehr wohl süchtig. Um so früher man mit kiffen anfängt um so höher das Risiko. In Deutschland gibt es ca. 300 000 bis 400 000 Cannabis-Abhängige. 54,5 Prozent der Patienten die sich in Deutschland erstmalig in eine Drogenbehandlung begeben haben, haben Cannabis als Primärdroge benannt. 

10.) Cannabis ist sehr wohl eine Einstiegsdroge. In Europa beginnt der durchschnittliche Erstkonsum von Cannabis mit 16 Jahren, das ist früher als bei alle anderen illegalen Drogen. Da vor dem Cannabis oft schon legale Drogen wie Tabak oder Alkohol konsumiert wurden, wird die Bezeichnung “Einstiegsdroge” oft kritisiert. 

11.) Im Jahr 2012 wurden in Europa 457 Tonnen Haschisch und 105 Tonnen Marihuana sichergestellt. Das heisst 80 Prozent der in Europa sichergestellten Drogen betreffen Cannabis. Der bei den Sicherstellungen ermittelte THC Gehalt ist gegenüber 2006 bei Haschisch um 70 % und bei Marihuana um 74 % angestiegen.

Quellen: http://www.spektrum.de/wissen/heilung-und-wahn-cannabis-als-droge-und-medizin/1341586 und Europäischer Drogenbericht 2014