09 Januar 2010

gute Vorsätze


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Während wir uns vergangene Woche alle brav ein "gesundes Neues" gewünscht haben, sind wir nun auch im Alltag des neuen Jahres angekommen. Viele haben sich auch wieder für sich selber ein gesünderes neues Jahr gewünscht. Bei den guten Vorsätzen für 2010 hörte man auch oft "mit rauchen aufhören" und "weniger Alkohol trinken".

Nun ist die erste Woche im neuen Jahrzehnt also Geschichte und viele gute Vorsätze ebenfalls. Nach dem Mittagessen geht es doch nicht ohne Zigarette und auch aus dem Feierabend Bier werden wieder zwei oder drei. Warum auch nicht, fühlt sich doch vertraut und gut an.

Obwohl man sich also eigentlich bewusst dagegen entschieden hat, greift man dann doch wieder freiwillig zu seinem „Stoff“? Schwacher Wille oder Gewohnheit, Alkohol und Nikotin sind Drogen. Wer regelmäßig konsumiert hat ist süchtig. Das Gehirn ist auf den „Stoff“ programmiert und die Entscheidung wieder zuzugreifen ist eben nur bedingt freiwillig.

Mal einen guten Vorsatz fürs neue Jahr sausen zu lassen mag nicht weiter tragisch sein, sich von einer „Substanz“ den Willen diktieren zu lassen ist es aber irgendwie schon.

Foto: © Robert Angermayr - Fotolia.com

03 Januar 2010

neue Drogenhochburg in Europa?

Herzlich Willkommen im neuen Jahrzehnt. Seit diesem Jahr hat unser Nachbar Tschechien einen neuen, sehr liberalen Weg in seiner Drogenpolitik eingeschlagen. Seit 01.01.2010 ist der Besitz sämtlicher Drogen in Eigenbedarfs Mengen nicht mehr strafbar. Bereits in der Vergangenheit wurden geringe Mengen Drogen von den tschechischen Behörden geduldet. Die jetzt von der Prager Regierung erstellte Liste mit Obergrenzen, soll mehr Rechtssicherheit schaffen. Neben Cannabispflanzen (5 Pflanzen), Marihuana (15 g) und Ecstasy Tabletten (4 Stück) werden mit dieser Liste unter anderem auch Kokain (1 g) und Heroin (1,5 g) bis zu den genannten Mengen nur noch als Ordnungswidrigkeit geahndet. Das kann zwar Geldbußen bis zu 15.000 CZK (ca. 570 €) bedeuten, den Staatsanwalt interessiert das aber nicht mehr.


Der mündige, tschechische Bürger soll selber entscheiden welchen Suchtmitteln er frönen möchte oder eben nicht. Tschechien hat eine gewisse Tradition was das angeht. Es war das einzige Land im Ostblock in dem es Suchtkliniken für Drogenkranke gab. Auch heute liegt es beim Drogenkonsum in Europa ganz vorn. Jeder zweite tschechische Jugendliche hat zumindest einmal weiche Drogen konsumiert.


Mit der neuen Regelung verwässert die Grenze zwischen legalen und illegalen Rauschmitteln. Ob mit dieser Maßnahme die Drogenstatistik verschönern lässt ist fraglich. Jede Legalisierung von Rauschgiften senkt die Hemmschwelle sich ihrer zu bedienen. Nachfrage und Angebot werden sich erhöhen und so wird aus Tschechien vielleicht die neue europäische Drogenhochburg.